Carbonfaser-Filament ist ein Verbundwerkstoff, der einen Basiskunststoff (wie PLA, PETG oder Nylon) mit kurzen Carbonfasern kombiniert. Das Ergebnis sind extrem steife, belastbare und leichte Druckteile mit einem professionellen Matte-Finish. Dieses Material greife ich immer dann auf, wenn ein Projekt maximale mechanische Leistung erfordert.
Wer seine 3D-Drucke auf das nächste Level bringen möchte, sollte unbedingt einen Blick auf die komplette Filament-Kollektion für den 3D-Druck in unserem Shop werfen. Doch zunächst verrate ich Ihnen alle Geheimnisse dieses besonderen Materials.
Was ist Carbonfaser-Filament und wofür wird es verwendet?

Carbonfaser-Filament (CF) ist ein Verbundmaterial, das einen Basiskunststoff wie PLA oder PETG mit kurz geschnittenen Carbonfasern verbindet. Diese Fasern wirken als strukturelle Verstärkung und verbessern die Steifigkeit, Festigkeit und Maßhaltigkeit des fertigen Bauteils erheblich – ohne das Gewicht nennenswert zu erhöhen.
Stellen Sie sich vor, Sie bauen mit Stahlbeton – aber im mikroskopischen Maßstab. Der Basiskunststoff wäre der Beton, und die winzigen Carbonfasern die Stahlstäbe, die ihm enorme Stabilität verleihen. Genau das ist ein Filament wie PLA-CF oder PETG-CF! Wer gerade erst einsteigt und die Grundlagen besser verstehen möchte, dem empfehle ich meinen Artikel über was FDM-3D-Druck ist und wie er funktioniert.
Und das ist kein vorübergehender Trend. Die Industrie hat das längst erkannt – Branchen wie die Automobil- und Luft- und Raumfahrtindustrie setzen stark auf diese Materialien. Der Markt für Carbonfaser-Filamente wächst weiterhin mit beeindruckendem Tempo. Mehr zu diesem Trend erfahren Sie hier.
Welche Arten von Carbonfaser-Filament gibt es?
Nicht alle Carbon-Filamente sind gleich – weit gefehlt! Der jeweilige Basiskunststoff macht den entscheidenden Unterschied. Aus meiner Erfahrung sind das die drei Typen, die in meiner Werkstatt nie fehlen:
- PLA-CF (PLA + Carbonfaser): Der ideale Einstiegspunkt. Es verbindet die einfache Verarbeitung von PLA mit beeindruckender Steifigkeit und einem matten Finish, das sofort begeistert. Ideal für funktionale Prototypen oder Bauteile, die keinen hohen Temperaturen ausgesetzt werden.
- PETG-CF (PETG + Carbonfaser): Eine Stufe höher. Es ist temperaturbeständiger (bis 80–85 °C) und schlagzäher als PLA-CF, lässt sich aber immer noch recht problemlos drucken – ein echtes Allround-Material. Wer das Basismaterial besser kennenlernen möchte, findet alles Wichtige in meinem PETG-Leitfaden.
- Nylon-CF (Nylon + Carbonfaser): Das ist das Schwergewicht, der absolute Profi. Mechanische Belastbarkeit, Verschleißfestigkeit und Hitzebeständigkeit (über 140 °C) auf einem anderen Level. Der Druck ist anspruchsvoller, dafür erhält man Bauteile für echte Ingenieuranwendungen, die nahezu alles aushalten.
Welche echten Vorteile hat der Druck mit Carbonfaser-Filament?
Carbonfaserverstärkte Filamente bieten einen enormen Wettbewerbsvorteil – vor allem durch ihre extreme Steifigkeit und das hervorragende Festigkeit-zu-Gewicht-Verhältnis. Bauteile verbiegen sich nicht unter Druck, sind sehr leicht und zeigen ein professionelles, mattes Finish, das Schichtlinien kaschiert und stundenlange Nachbearbeitung einspart.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die hervorragende Maßhaltigkeit. Das bedeutet weniger Warping (die lästige Verformung an den Ecken) und präzise Bauteile mit sehr genauen Abmessungen. Wer mehrere Teile zusammensetzen muss, wird diesen Vorteil schnell zu schätzen wissen.
Und natürlich darf das Finish nicht vergessen werden: Diese matte, strukturierte Oberfläche ist einfach beeindruckend. Sie kaschiert Schichtlinien und verleiht den Bauteilen einen professionellen Look – ganz ohne stundenlangem Schleifen.
Steifigkeit und strukturelle Festigkeit auf einem anderen Level
Steifigkeit ist zweifellos der Hauptgrund, warum ich zu Carbonfaser-Filament greife. Ein Bauteil aus PLA-CF oder PETG-CF ist deutlich steifer als seine Standardvariante.
Das bedeutet: Bei gleicher Krafteinwirkung verformt sich ein Carbonfaser-Bauteil erheblich weniger. Der Unterschied zwischen einer Halterung, die sich wie Kaugummi biegt, und einer, die felsenfest sitzt.
Diese Eigenschaft ist Gold wert für:
- Drohnenarme: Die Steifigkeit reduziert Vibrationen und sorgt für einen deutlich stabileren Flug.
- Halterungen und Jigs: In der Werkstatt braucht man Werkzeuge, die sich auch unter starker Belastung nicht verformen.
- Gehäuse für Elektronik: Schützen die inneren Komponenten vor Stößen und verhindern, dass das Gehäuse sich verformt.
Es sieht nicht nur professionell aus – es verhält sich auch so. Wer tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich einen Blick in meinen vollständigen Leitfaden zur Filamentauswahl für den 3D-Drucker.
Leichtbau und ein Finish, das begeistert
Doch es geht nicht nur um rohe Kraft. Carbonfaser ist bekannt für ihr geringes Gewicht – und diese Eigenschaft überträgt sich auf das Filament. Man erhält ein deutlich festeres Bauteil als mit PLA oder PETG, bei nahezu gleichem Gewicht. Diese Kombination ist ein wahrer Schatz bei Projekten, bei denen jedes Gramm zählt – etwa in der Robotik oder im Motorsport.
Der Wert dieses Materials ist kein Geheimnis – der Markt für Carbonfaser ist exponentiell gewachsen. Obwohl die Herstellung traditionell sehr energieintensiv ist, werden bereits recycelbare Verbundwerkstoffe entwickelt, die die Kosten senken. Mehr über diese Entwicklungen erfahren Sie hier.
Außerdem ist die matte Oberfläche, die diese Filamente hinterlassen, einfach beeindruckend. Die kurzen Fasern streuen das Licht und kaschieren die Schichtlinien auf erstaunliche Weise – das Ergebnis ist eine gleichmäßig texturierte Oberfläche mit einem hochwertigen Look. Oft sind die Teile direkt nach dem Druck einsatzbereit. Ein echter Zeitgewinn mit einem Top-Ergebnis!
Vergleich: PLA-CF vs. PETG-CF vs. Nylon-CF
Die Wahl des richtigen CF-Filaments hängt zu 100 % vom Verwendungszweck ab. Ein schneller Prototyp stellt andere Anforderungen als ein Kfz-Bauteil. Damit Sie den Überblick behalten, habe ich einen direkten Vergleich zwischen PLA-CF, PETG-CF und Nylon-CF zusammengestellt – so wissen Sie genau, welches Filament in Ihren Drucker gehört.
PLA-CF: Der ideale Einstieg
Wer in die Welt der verstärkten Filamente einsteigen möchte, ist mit PLA-CF bestens beraten. Ernsthaft. Wer bereits mit normalem PLA Erfahrung hat, wird den Umstieg auf PLA-CF kaum spüren – bekommt dafür aber eine beeindruckende Steifigkeit und jene elegante matte Optik.
Es ist meine bevorzugte Wahl für schnelle Funktionsprototypen, Gehäuse oder Teile, die formstabil sein müssen, aber keine großen Temperaturen aushalten müssen. Ich habe zum Beispiel mit dem Elegoo PLA-CF Filament Werkzeughalter gedruckt – mit hervorragendem Ergebnis. Die bekannte Schwachstelle ist die Temperaturbeständigkeit: Ab etwa 55–60 °C beginnt das Material zu erweichen.
PETG-CF: Der ausgewogene Allrounder
Wenn PLA-CF an seine Grenzen stößt – vor allem bei Hitze- und Chemikalienbeständigkeit – ist PETG-CF der logische nächste Schritt. Sozusagen der härtere große Bruder. Dieses Material kombiniert die relative Verarbeitungsfreundlichkeit von PETG mit der Steifigkeit und dem professionellen Finish von Carbonfaser.
Seine Stärke liegt in der deutlich höheren Temperaturbeständigkeit – bis zu 80–85 °C ohne Probleme. Zudem punktet es mit guter chemischer Beständigkeit und einer höheren Schlagzähigkeit. In meiner Erfahrung ist es ein fantastisches Filament für Funktionsteile, die im Alltag stärker beansprucht werden.
Nylon-CF: Der Champion unter den Hochleistungsfilamenten
Wer das Maximum herausholen will, greift zu Nylon-CF – dem Schwergewicht unter den CF-Filamenten. Dieses Material setze ich ein, wenn ich Teile drucken muss, die echten Ingenieurbauteilen ebenbürtig sein sollen. Die Kombination aus der Zähigkeit von Nylon und der brutalen Steifigkeit von Carbonfaser ist unschlagbar.
Bauteile aus Nylon-CF bieten eine hervorragende Wärmebeständigkeit (über 140–150 °C), eine außergewöhnliche Reibungsfestigkeit und eine mechanische Belastbarkeit, die PLA und PETG weit in den Schatten stellt. Diese Leistung hat ihren Preis: Nylon-CF ist das anspruchsvollste der drei Materialien im Druck, da es extrem hygroskopisch ist (Feuchtigkeit aufnimmt) und sehr hohe Drucktemperaturen erfordert. Wer dieses Material meistern möchte, dem empfehle ich meinen vollständigen Leitfaden zum Nylon-Filament.
Vergleichstabelle: Filamente mit Carbonfaser
Damit Sie alles auf einen Blick haben, finden Sie hier eine Übersichtstabelle mit meinen persönlichen Bewertungen – als praktische Entscheidungshilfe für Ihr nächstes verstärktes Filament.
| Eigenschaft | PLA-CF (Kohlefaser) | PETG-CF (Kohlefaser) | Nylon-CF (Kohlefaser) |
|---|---|---|---|
| Druckbarkeit | ✅✅✅ Sehr Einfach | ✅✅ Einfach | ✅ Schwierig |
| Steifigkeit | Sehr Hoch | Hoch | Außergewöhnlich |
| Temperaturbeständigkeit | Niedrig (bis 60 °C) | Mittel (bis 85 °C) | Sehr Hoch (bis 150 °C) |
| Haltbarkeit / Schlagfestigkeit | Niedrig (Spröde) | Mittel | Sehr Hoch (Zäh) |
| Trocknungsbedarf | Niedrig | Mittel | Kritisch (Stark Hygroskopisch) |
| Oberflächenqualität | Ausgezeichnet (Matt) | Ausgezeichnet (Matt) | Ausgezeichnet (Matt) |
| Idealer Einsatzbereich | Prototypen, ästhetische Bauteile. | Funktionsteile, vielseitig einsetzbar. | Ingenieurwesen, Hochleistungsanwendungen. |
Wie konfiguriere ich meinen 3D-Drucker für Kohlefaser-Filament?
Beim Drucken mit kohlefaserverstärkten Filamenten sind einige Anpassungen am Drucker unbedingt erforderlich. Das Material ist extrem abrasiv und benötigt eine gehärtete Stahldüse ab 0,5 mm sowie höhere Extruder- und Betttemperaturen. Auch das Trocknen des Filaments ist entscheidend, um Druckprobleme zu vermeiden.

Keine Sorge – hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Drucker optimal für den Einsatz mit Kohlefaser-Filament vorbereiten.
Eine Hardened-Steel-Düse ist PFLICHT
Wer mit Carbonfaser-Filament drucken möchte, sollte seine Messing-Düsen sofort in der Schublade verstauen. Allen Ernstes. Das ist der erste und wichtigste Schritt überhaupt. Carbonfasern wirken wie Schleifpapier und fressen das Loch einer Messing-Düse in kürzester Zeit auf.
Mein wichtigster Tipp: Investieren Sie in eine Hardened-Steel-Düse. Sie ist die beliebteste Option und bietet das beste Verhältnis aus Preis und Haltbarkeit.
Achtung beim Düsendurchmesser! Ich empfehle eine Düse mit 0,5 mm oder 0,6 mm statt der Standard-0,4-mm-Düse. Carbonfasern können bei engen Düsendurchmessern zu Verstopfungen führen. Eine größere Öffnung beugt diesen lästigen Druckeraussetzern effektiv vor.
Druckparameter für einen erfolgreichen Einstieg
Jedes verstärkte Filament ist anders, aber hier finden Sie einen praktischen Ausgangspunkt, damit Sie nicht im Dunkeln tappen. Betrachten Sie diese Werte als Richtwerte – ich empfehle immer, zusätzlich einen Temperaturturm zu drucken.
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Extruder-Temperatur (Hotend):
- PLA-CF: 210–230 °C.
- PETG-CF: 240–260 °C.
- Nylon-CF: 260–280 °C.
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Heizbett-Temperatur:
- PLA-CF: 50–60 °C.
- PETG-CF: 75–90 °C.
- Nylon-CF: 90–110 °C.
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Druckgeschwindigkeit: Ruhig und besonnen vorgehen. Starten Sie mit 40–60 mm/s und optimieren Sie von dort aus. Langsameres Drucken verbessert die Schichthaftung enorm.
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Filament-Trocknung: Unverzichtbar. Verstärkte Filamente – besonders Nylon-CF – sind extrem hygroskopisch (sie absorbieren Feuchtigkeit). Mit feuchtem Filament zu drucken ist ein Rezept für misslungene Drucke. Lesen Sie dazu meinen Artikel über Filament-Trockner, in dem ich alles ausführlich erkläre.
Wofür eignet sich Carbonfaser-Filament?
Carbonfaser-Filament spielt seine Stärken aus, wenn Sie Bauteile benötigen, die federleicht und gleichzeitig steif sowie belastbar sind – Eigenschaften, mit denen Standard-PLA oder PETG nicht mithalten können. Typische Anwendungen sind Drohnen-Komponenten, Automotiv-Teile, torsionsbelastete Werkzeuge und funktionale Prototypen, die im echten Einsatz wirklich beansprucht werden.

Hier zeige ich Ihnen konkrete Beispiele direkt aus meiner Werkstatt, damit Sie das volle Potenzial dieses Materials erkennen.
Komponenten für Drohnen und Modellflugzeuge
Dies ist zweifellos eine der Vorzeige-Anwendungen für Carbonfaser-Filament im 3D-Druck. Bei Drohnen zählt jedes Gramm. Sie brauchen ultraleichte, aber gleichzeitig extrem steife Bauteile, die nicht vibrieren und auch mal einen „unsanften" Aufprall überstehen. 😅
Mit PLA-CF und PETG-CF habe ich bereits eine Vielzahl an Teilen gedruckt:
- Drohnenarme: Die erhöhte Steifigkeit minimiert Durchbiegung und Vibrationen, was zu einem deutlich stabileren Flug führt.
- Rahmen und Montageplatten: Ein Rahmen aus Carbonfaser hält Stöße problemlos stand und schützt die Elektronik zuverlässig.
- Kamerahalterungen: Die Steifigkeit des Materials eliminiert den lästigen „Jello-Effekt" (Bildverzerrungen durch Vibrationen).
Funktionsteile für den Fahrzeugbau
Hier spielt das Carbonfaser-Filament seine volle Stärke aus. Die Temperaturbeständigkeit von PETG-CF oder – noch besser – Nylon-CF ist der Schlüssel zur Herstellung maßgefertigter Teile, die extremen Belastungen standhalten.
Einige Beispiele, die ich an meinen eigenen Fahrzeugen getestet habe:
- Maßgefertigte Halterungen: Für ein zusätzliches Manometer oder das Smartphone – unempfindlich gegenüber Vibrationen.
- Elektronikgehäuse: Ideal zum Schutz von Schaltkreisen vor der Hitze im Motorraum.
- Ansaugprototypen und Luftkanäle: Halten der Motorwärme problemlos stand.
Ich habe sogar Ersatzteile für Innenraumkomponenten gedruckt, die längst nicht mehr erhältlich waren. Das matte Finish sieht spektakulär aus – oft besser als das originale Kunststoffteil.
Werkzeuge und Vorrichtungen für die Werkstatt
Wer wie ich gerne werkelt, hat seine Werkstatt voller kleiner Hilfswerkzeuge und Vorrichtungen (Jigs), die das Leben erheblich erleichtern. Ich verwende PLA-CF oder PETG-CF für folgende Anwendungen:
- Schneid- und Bohrführungen: Die Steifigkeit gewährleistet millimetergenaue Präzision.
- Maßgefertigte Steckschlüssel: Halten deutlich höheren Drehmomenten stand, ohne zu brechen.
- Werkzeughalterungen: Einfach langlebiger und stoßfester.
Wenn Sie Lust auf mehr haben, werfen Sie einen Blick in meinen Artikel über die wichtigsten Anwendungsgebiete dieser Technologie.
Welche Einschränkungen und Nachteile hat CF-Filament?
So beeindruckend Carbonfaser-Filament auch ist – perfekt ist es nicht. Der größte Nachteil ist seine Sprödigkeit bei seitlichen Belastungen und Schlageinwirkung, denn die hohe Steifigkeit macht das Material bruchanfällig. Hinzu kommt, dass es ein äußerst abrasives Material ist, das Messingdüsen und andere Druckerkomponenten schnell abnutzt – und der Preis liegt deutlich über dem herkömmlicher Filamente.
Die erste unangenehme Überraschung ist die Sprödigkeit bei punktuellen Schlageinwirkungen. Die Teile sind zwar unglaublich steif, aber genau diese Steifigkeit macht sie bruchanfällig. Kein Verbiegen, einfach... knack! Wer etwas braucht, das Stöße absorbiert, ist mit einem flexiblen Material wie TPU oft besser beraten. Alles Wichtige dazu erfahren Sie in meinem Leitfaden zum Drucken mit TPU.
Ein weiterer Schwachpunkt ist die Schichthaftung. Wer die Druckparameter nicht optimal einstellt, riskiert, dass das Teil bei seitlicher Krafteinwirkung wie ein Keks bricht. Ein hilfreicher Tipp: Extrusionstemperatur leicht erhöhen und die Druckgeschwindigkeit reduzieren.
Abschließend noch ein Wort zu den Kosten. Carbonfaser-Filament ist teurer, und der oft unterschätzte versteckte Kostenfaktor ist die extreme Abrasivität des Materials. In eine Hardened-Steel-Düse zu investieren ist keine Option – es ist eine Pflicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Carbonfaser-Filament
Kann ich Carbonfaser-Filament in meinem normalen 3D-Drucker verwenden?
Ja, aber Sie müssen unbedingt Ihre Messingdüse gegen eine aus gehärtetem Stahl, Rubin oder Wolfram austauschen. Carbonfaser ist extrem abrasiv und zerstört eine Standarddüse sonst innerhalb weniger Stunden.
Welcher Düsendurchmesser ist für Carbonfaser-Filament am besten geeignet?
Meine klare Empfehlung: Verwenden Sie eine Düse mit 0,5 mm, oder noch besser 0,6 mm. Die kurzen Carbonfasern sind für Verstopfungen in Standard-0,4-mm-Düsen bekannt – ein größerer Durchmesser reduziert dieses Risiko erheblich.
Ist PLA mit Carbonfaser wirklich viel „stärker" als normales PLA?
Es ist deutlich steifer – was nicht dasselbe wie stärker ist. Die Steifigkeit ist beeindruckend und das Bauteil wird sich kaum verbiegen, aber genau diese Steifigkeit macht es spröder und weniger schlagzäh.
Brauche ich wirklich einen geschlossenen 3D-Drucker für PETG-CF?
Es ist nicht zwingend erforderlich, aber sehr, sehr empfehlenswert. Ein geschlossenes Gehäuse hält die Temperatur stabil, verhindert Warping (das Ablösen der Ecken) und verbessert die Schichthaftung erheblich.
Hilfe! Mein Nylon-CF zerbricht schon beim Anfassen – was soll ich tun?
Wenn Ihr Nylon-CF spröde ist, liegt das ausschließlich an Feuchtigkeit. Sie müssen die Spule vor dem Drucken mehrere Stunden lang in einem Filamenttrockner bei 70–80 °C trocknen. Dieser Schritt ist absolut unverzichtbar!
Fazit:
Das war's, Maker! Jetzt haben Sie das Wissen, um Carbonfaser-Filament erfolgreich zu verarbeiten. Es ist kein Material für jeden Anwendungsfall – aber wenn es auf Steifigkeit, geringes Gewicht und ein professionelles Finish ankommt, ist es schlicht unschlagbar. Denken Sie an meine drei Grundregeln: gehärtete Düse, getrocknetes Filament und Geduld beim Einstellen der Parameter.
Scheuen Sie sich nicht, mit PLA-CF, PETG-CF oder sogar Nylon-CF zu experimentieren. Jedes Material hat seinen Einsatzbereich. Beginnen Sie mit einfachen Teilen für Ihre Werkstatt oder Upgrades für Ihren Drucker – und Sie werden schnell den Dreh herausbekommen. Die Ergebnisse werden Sie garantiert begeistern!
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