Klarlack für Miniaturen ist die abschließende Schutzschicht, die Ihre Arbeit schützt und das Finish definiert. Die gängigsten Varianten sind Matt und Glanz: Mattlack erzeugt einen realistischen Effekt ohne Reflexionen – ideal für Stoffe oder Haut – während Glanzlack die Farben intensiviert und sich perfekt für Metalle oder Edelsteine eignet.
Nach unzähligen Stunden des Bemalen kann ich Ihnen versichern: Die ewige Frage, ob man Matt- oder Glanzlack verwenden soll, hat keine eindeutige Antwort. Es geht nicht um einen Wettkampf, sondern um eine strategische Allianz. In meiner Erfahrung liegt der eigentliche Trick darin, zu wissen, wann und wo man jeden Lack einsetzt, um Ihre Miniaturen auf ein neues Level zu heben. Wenn Sie anfangen möchten zu experimentieren, empfehle ich einen Blick in meinen Klarlack-Katalog, wo Sie alles Notwendige finden.
Welches Finish ist besser für meine Miniaturen – Matt oder Glanz?
Matt- und Glanzlack sind die beiden am häufigsten verwendeten Finishes in der Welt des Modellbaus – jedes mit einem klar definierten ästhetischen und schützenden Zweck. Die Wahl zwischen einem, dem anderen oder einer Kombination aus beiden wird die Wahrnehmung Ihrer Miniatur grundlegend verändern. Daher ist es entscheidend zu verstehen, was jeder Lack bewirkt, bevor Sie den letzten Anstrich auftragen.
In meiner Erfahrung ist die Debatte „Matt vs. Glanz" beendet, sobald man aufhört, sie als Rivalen zu betrachten, und sie stattdessen als das behandelt, was sie wirklich sind: ergänzende Werkzeuge. Matt weicht ab, vereinheitlicht und verleiht Realismus; Glanz dramatisiert, sättigt und hebt hervor. Das Geheimnis liegt darin, jeden Lack gezielt einzusetzen, um den Blick zu lenken und mit Ihrer Bemalung eine Geschichte zu erzählen. 😉
Was unterscheidet Matt- und Glanzlack voneinander?
Ein Klarlack ist nicht nur eine transparente Schicht – seine chemische Zusammensetzung bestimmt, wie er mit dem Licht und der Oberfläche Ihrer Miniatur interagiert.
- Mattlack: Das Geheimnis sind die Mattierungsmittel – mikroskopisch kleine Feststoffpartikel, die im Lack suspendiert sind. Beim Trocknen erzeugen diese Partikel eine auf Mikroebene unregelmäßige Oberfläche, die das Licht in alle Richtungen streut. Das Ergebnis? Null Reflexionen und ein äußerst realistischer Look.
- Glanzlack: Das genaue Gegenteil. Er enthält keine Mattierungsmittel und seine Formel ist darauf ausgelegt, beim Trocknen einen vollkommen glatten und gleichmäßigen Film zu bilden. Diese Oberfläche wirkt wie ein Spiegel, der das Licht direkt reflektiert, wodurch die Farben intensiviert werden und die charakteristischen Lichtpunkte entstehen.

In der Welt des Wargaming und der Ausstellungsbemalung ist Mattlack eindeutig König. Ein guter Mattlack beseitigt den „Plastikeffekt" von Resin oder bestimmten Farben – ein entscheidender Faktor für ein hohes Maß an Realismus.
Damit Sie noch mehr Klarheit haben, habe ich eine übersichtliche Vergleichstabelle vorbereitet, die direkt auf den Punkt kommt.
Schnellvergleich: Mattlack vs. Glanzlack
Diese Tabelle hilft Ihnen, schnell zu entscheiden, welcher Lack am besten zu Ihren Anforderungen passt – mit einem Vergleich der Effekte, typischen Einsatzbereiche und des gebotenen Schutzes.
| Eigenschaft | Mattlack | Glanzlack |
|---|---|---|
| Visueller Effekt | Reflexionsfreies, realistisches und „gedämpftes" Finish. Vereinheitlicht Farben und weicht Übergänge auf. | Reflektierendes, lebendiges und „nasses" Finish. Sättigt Farben und erzeugt intensive Lichtpunkte. |
| Empfohlene Anwendungen | Stoffe, Haut, Holz, Stein, Gelände, Militäruniformen, verstaubte Elemente. | Edelsteine, polierte Metalle, Rüstungen, Blut, Flüssigkeiten, Glas, Wassereffekte. |
| Schutzgrad | Guter Schutz vor Abnutzung, kaschiert Fingerabdrücke und Mikrokratzer. | Überlegener Schutz gegen Abrieb und Feuchtigkeit dank der glatten Oberfläche. |
| Detailerkennbarkeit der Figur | Maximal. Alle Bemalungsdetails sind ohne störende Reflexionen gut erkennbar. | Bei bestimmten Winkeln eingeschränkt. Intensive Reflexionen können Details unter direktem Licht verbergen. |
Wie Sie sehen, hängt die Wahl vollständig davon ab, welches Material Sie darstellen möchten. Mein Rat: Beherrschen Sie beide Varianten, um maximale Vielseitigkeit zu erreichen und Ihre Miniaturen auf das nächste Level zu bringen.
Welchen Schutz bieten Lacke für Miniaturen?
Ein Lack ist weit mehr als nur ein ästhetischer Abschluss – er ist die Rüstung, die Ihre Miniatur vor den Gefahren des Alltags schützt: Kratzer, Stürze, Feuchtigkeit und ständiges Anfassen beim Spielen. Dabei bestimmt die Zusammensetzung des jeweiligen Lacks – ob Acryl oder Polyurethan – die Langlebigkeit Ihrer Arbeit.
Der wesentliche Unterschied beim Schutz liegt in der Schicht, die nach dem Trocknen entsteht. Glanzlack bildet einen vollkommen glatten und nicht porösen Film – ein echter Schutzschild. Nach meiner Erfahrung bietet er eine überlegene Beständigkeit gegen Abrieb und Feuchtigkeit.
Stellen Sie es sich so vor: Glanzlack ist wie ein gehärtetes Schutzglas für Ihre Miniatur. Er ist härter auf der Oberfläche und versiegelt sie deutlich effektiver.
Deshalb empfehle ich fast immer, Wargaming-Miniaturen, die viel im Einsatz sind, zunächst mit einer Schicht Glanzlack zu versiegeln. Sie halten das ständige Ein- und Auspacken aus Transportkoffern problemlos aus. Ein hervorragendes Beispiel ist der Glanzlack im Topf auf Polyurethanbasis, der eine außergewöhnliche Härte bietet.
Und wie schützt Mattlack?
Hier wird es besonders interessant. Mattlack enthält Zusatzstoffe, die den Glanz eliminieren und dabei auf mikroskopischer Ebene eine raue Oberfläche erzeugen. Auch wenn er weniger robust wirkt, bietet diese Textur einen taktischen Vorteil: Mikroabnutzungen werden deutlich besser kaschiert. Fingerabdrücke und oberflächliche Kratzer fallen kaum auf.
Acryl vs. Polyurethan: Was ist härter?
Achtung: Nicht alle Lacke sind gleich. Die verwendete Harzart bestimmt die endgültige Härte.
- Acryllacke: Diese sind am weitesten verbreitet. Sie sind flexibel, leicht aufzutragen und zu reinigen und bieten einen mehr als ordentlichen Schutz. Sie sind die perfekte Wahl für die meisten Projekte. Der Vallejo Mattlack als Spray ist zum Beispiel ein echter Allrounder.
- Polyurethanlacke: Das ist die schwere Artillerie. Sie bilden eine Abschlussschicht, die extrem hart und kratzfest sowie chemikalienbeständig ist. Meine erste Wahl für Teile, die maximale Haltbarkeit benötigen, wie Bases oder Geländestücke. Der Vallejo Ultra-Matt-Lack im Tiegel ist ein gutes Beispiel dafür.
Mein unfehlbarer Trick für bombensicheren Schutz
Wenn Sie das Beste aus beiden Welten möchten (maximale Widerstandsfähigkeit und das gewünschte Finish), erkläre ich Ihnen die Technik, die ich „das Schutz-Sandwich" nenne:
- Schicht 1 (Harter Kern): Tragen Sie eine oder zwei dünne Lagen Glanzlack – idealerweise aus Polyurethan – gleichmäßig über die gesamte Miniatur auf. Lassen Sie ihn mindestens 24 Stunden aushärten. Damit schaffen Sie eine superstabile Schutzrüstung als Grundlage.
- Schicht 2 (Abschluss-Finish): Wenn die Glanzlackschicht vollständig ausgehärtet ist, tragen Sie darüber eine dünne Lage Mattlack oder Seidenmattlack auf.
Mit dieser Methode erzielen Sie die hervorragende Widerstandsfähigkeit des Glanzlacks, aber mit dem realistischen, reflexionsfreien Mattfinish. Schlachterprobt! 🛡️

Wie trage ich den Lack für ein perfektes Finish auf?
Genauso wichtig wie die Wahl des richtigen Lacks ist die richtige Auftragstechnik. Der beste Lack nützt nichts, wenn die Technik versagt und stundenlange Malarbeit ruiniert wird. In meiner Werkstatt verwende ich hauptsächlich drei Werkzeuge: den Spray, die Airbrush und den Pinsel. Jedes hat seinen richtigen Moment und seinen Grund.
Hier erkläre ich Ihnen meine Methode für jedes Werkzeug, mit Tricks, die man nur durch Ausprobieren lernt. Los geht's!

1. Auftragen mit dem Spray
Der Spray ist Ihr bester Freund beim Lackieren von Armeen oder großen Teilen. Er ist schnell und sorgt für eine gleichmäßige Abdeckung.
- Dose 2 Minuten schütteln: Das ist kein Scherz. Die mattierenden Wirkstoffe setzen sich ab, und wenn sie nicht gut vermischt werden, wird der Lack fleckig oder glänzend.
- Wetterbedingungen beachten: Lackieren Sie an einem trockenen Tag bei einer Temperatur zwischen 15 und 25 °C. Feuchtigkeit ist der Hauptverursacher des gefürchteten Frostings (weißlicher Schleier).
- Abstand und Bewegung: Halten Sie die Miniatur etwa 20–30 cm entfernt. Tragen Sie den Lack in kurzen, schnellen Zügen auf und beginnen bzw. enden Sie außerhalb der Figur, um Ansammlungen zu vermeiden. Ein guter Glanzlack im Spray oder ein Seidenmattlack im Spray eignen sich hierfür hervorragend.
2. Auftragen mit der Airbrush
Für mich ist die Airbrush das Präzisionswerkzeug schlechthin. Sie ermöglicht das Auftragen hauchdünner Schichten mit vollständiger Kontrolle.
- Richtige Verdünnung: Die meisten Lacke müssen verdünnt werden. Mein Ausgangspunkt ist eine Mischung aus 2 Teilen Lack und 1 Teil Verdünner (Airbrush Thinner) – die Konsistenz sollte dabei an Magermilch erinnern.
- Niedriger Druck: Ich arbeite zwischen 15 und 20 PSI (1–1,5 bar). So trocknet der Lack nicht in der Luft und sorgt für eine hauchdünne Schicht.
- Sanfter Auftrag: Ich mache kontrollierte Züge, ohne die Oberfläche zu „überfluten". Dabei bewege ich mich ständig, um alle Vertiefungen gleichmäßig zu bedecken.
3. Auftrag mit dem Pinsel
Der Pinsel ist das Präzisionswerkzeug für gezielte Details – zum Beispiel um einen Glanzeffekt auf eine bereits matt lackierte Miniatur aufzutragen.
- Ein eigener Pinsel dafür: Verwenden Sie einen weichen Synthetikpinsel, der nicht Ihr Lieblingspinsel für Details ist, aber trotzdem eine gute Spitze behält.
- Nicht schütteln, rühren: Bei Lacken im Tiegel, wie dem Mattlack im Tiegel, entstehen durch Schütteln Blasen. Rühren Sie stattdessen vorsichtig mit einem Zahnstocher um.
- Dünn auftragen und gut verstreichen: Nehmen Sie wenig Produkt auf den Pinsel und verstreichen Sie es gründlich. Zwei dünne Schichten sind immer besser als eine dicke.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Lacken für Miniaturen
Kann ich Glanzlack über Mattlack auftragen (oder umgekehrt)?
Selbstverständlich! Das ist sogar eine meiner liebsten Techniken, um beeindruckende Kontrастeffekte zu erzielen. Das Einzige, was Sie unbedingt beachten müssen: Die erste Lackschicht muss vollständig ausgehärtet sein (mindestens 24 Stunden warten) – nicht nur oberflächlich trocken.
Warum ist mein Mattlack glänzend geworden?
Das hat fast immer zwei Ursachen: Entweder haben Sie den Tiegel nicht lange genug geschüttelt (mindestens 2 Minuten, kräftig!) oder Sie haben eine zu dicke Schicht aufgetragen. Denken Sie immer an diesen Grundsatz: Mehrere dünne Schichten sind immer besser als eine einzige dicke.
Ist Polyurethanlack besser als Acryllack?
Es geht nicht darum, welcher „besser" ist – beide haben ihre Daseinsberechtigung. Polyurethan ist wie eine Rüstung (härter und widerstandsfähiger) und ideal für Spielminiaturen. Acryllack ist flexibler und einfacher zu verarbeiten, perfekt für Ausstellungsfiguren oder Miniaturen, die weniger beansprucht werden.
Wie lange muss ich warten, bis der Lack getrocknet ist?
Ein Acryllack kann nach 15–30 Minuten oberflächlich trocken sein, die vollständige Aushärtung (wenn er seine maximale Härte erreicht) kann jedoch 24 Stunden oder länger dauern. Mein goldener Rat: Haben Sie Geduld und fassen Sie die Miniatur nicht zu früh an.
Fazit: Die 90/10-Strategie, die immer funktioniert
Was nehmen wir nach all dem mit? Wenn Sie aufmerksam gelesen haben, wissen Sie bereits, dass die eigentliche Frage nicht „Matt oder Glanz?" lautet, sondern wann und wo Sie welchen einsetzen. Nach meiner Erfahrung ist die beste Strategie das, was ich die 90/10-Regel nenne.
- Tragen Sie Mattlack auf 90 % der Miniatur auf. Das ergibt ein realistisches und stimmiges Finish – perfekt für Stoffe, Haut, Holz, Stein ... Er ist Ihr zuverlässiger Allrounder, wie ein guter Mattlack im Tiegel.
- Tragen Sie Glanzlack auf den entscheidenden 10 % auf. Setzen Sie mit einem feinen Pinsel einen Tupfer Glanzlack im Tiegel auf Edelsteine, Visiere, frisches Blut oder Augen. Dieser kleine Kontrast lässt die Figur von „gut bemalt" zu „lebendig" werden.
Lack ist nicht der letzte Schritt – er ist der letzte Pinselstrich. Er ist die Signatur, die Ihr Werk schützt und den Blick des Betrachters lenkt. Mein Rat: Trauen Sie sich, experimentieren Sie und scheuen Sie sich nicht davor, verschiedene Oberflächen zu kombinieren.
Jetzt sind Sie dran – geben Sie Ihren Minis das Finish, das sie verdienen!
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