Der Hauptunterschied zwischen PLA und PLA+ besteht darin, dass PLA+ eine verbesserte Version des klassischen PLA-Filaments ist, dem Zusatzstoffe beigefügt wurden, um seine Festigkeit, Flexibilität und Oberflächenqualität zu steigern. Während Standard-PLA aufgrund seiner einfachen Verarbeitung und niedrigen Kosten ideal für Dekorationsobjekte ist, ist das PLA+-Filament die beste Wahl für funktionale Teile, die höheren Belastungen standhalten müssen.
In meiner Erfahrung ist die Entscheidung einfach: Wenn das Teil nur im Regal steht, reicht normales PLA. Wenn es jedoch etwas leisten muss – zum Beispiel Gewicht tragen oder als Presspassung dienen – ist PLA+ Ihr bester Freund.

Was genau ist PLA+-Filament?
PLA+ ist eine weiterentwickelte Formulierung des klassischen PLA, die darauf ausgelegt ist, dessen mechanische Schwächen zu überwinden. Kurz gesagt: Die Hersteller nehmen die Grundrezeptur von PLA (Polymilchsäure) und fügen eine geheime Mischung aus Additiven hinzu – in der Regel Polymere wie TPU oder Schlagzähigkeitsmodifikatoren –, die dem Material mehr Festigkeit, Zähigkeit und Flexibilität verleihen.
Stellen Sie sich den Unterschied zwischen einem Serienfahrzeug und seiner „Sport"-Version vor. Von außen sehen sie ähnlich aus, aber im Inneren bietet PLA+ Verbesserungen, die eine deutlich höhere Belastbarkeit ermöglichen. Ich habe es unzählige Male in der Werkstatt beobachtet: Ein aus normalem PLA gedrucktes Teil bricht beim Biegen spröde, während dasselbe Teil aus PLA+ sich leicht verformt, bevor es nachgibt. Dieser kleine Unterschied ist entscheidend für funktionale Bauteile.
Was sind die tatsächlichen Unterschiede zwischen PLA und PLA+?
Die auffälligsten Unterschiede sind die höhere Schlagfestigkeit, überlegene Flexibilität und eine sauberere Oberflächenqualität. Während Standard-PLA starr und spröde ist, ist PLA+ deutlich zäher (weniger bruchanfällig), sodass es Stöße und Belastungen besser aufnehmen kann, ohne sofort zu brechen.
In meinem Alltag bedeutet das deutlich langlebigere Druckteile. Außerdem weist die Oberfläche oft eine satinierte oder matte Optik auf, die Schichtlinien besser kaschiert und dem fertigen Druck ein professionelleres Erscheinungsbild verleiht. Weniger Schleifen für mich! 😉
| Eigenschaft | Standard-PLA-Filament | PLA+-Filament |
|---|---|---|
| Schlagfestigkeit | Gering (spröde) | Mittel bis hoch (zäher) |
| Flexibilität | Sehr gering (steif und brüchig) | Gering (etwas elastischer vor dem Brechen) |
| Oberflächenqualität | Meist glänzend, Schichtlinien deutlich sichtbar | Eher seidenmatt oder matt, Schichtlinien weniger sichtbar |
| Druckbarkeit | Sehr einfach | Sehr einfach (erfordert nur etwas höhere Temperatur) |
| Extrusionstemperatur | 190–210 °C (ca.) | 205–225 °C (ca.) |
| Nachbearbeitung | Lässt sich gut schleifen und bemalen | Noch einfacher, da die Oberfläche bereits glatter ist |
| Preis | € | €€ |
| Ideal für | Dekorationsteile, schnelle visuelle Prototypen | Funktionsteile, Passform-Prototypen, robuste Miniaturen |
Wann lohnt sich der Aufpreis für PLA+?
PLA+ lohnt sich immer dann, wenn das gedruckte Teil eine mechanische Funktion erfüllt, Belastungen ausgesetzt ist oder ein einwandfreies Finish ohne aufwändige Nachbearbeitung gefragt ist. Für rein dekorative Teile, die kaum angefasst werden, bleibt Standard-PLA eine hervorragende und günstigere Wahl.
Ich habe Scharniere, Halterungen und Gehäuse für meine Elektronikprojekte gedruckt. Teile aus normalem PLA versagen oft bereits beim ersten Anziehen einer Schraube oder nach mäßigem Gebrauch. PLA+-Teile hingegen halten deutlich mehr aus.

Das sind die Fälle, in denen ich aus eigener Erfahrung ohne Zögern zu PLA+ greife:
- Funktionsteile: Halterungen für Werkzeuge, Zahnräder, Drohnengehäuse, Scharniere – kurz: alles, was mechanische Belastung aushalten muss.
- Passform-Prototypen: Wenn Sie testen möchten, wie verschiedene Teile ineinandergreifen (Presspassungen), verhindert die höhere Festigkeit von PLA+ unerwünschte Brüche.
- Miniaturen für Wargaming: Die mattere Oberfläche ist eine ideale Basis für Grundierungen, und die höhere Stabilität schützt vor versehentlichen Stürzen.
- Lange und komplexe Drucke: Gutes PLA+ hat in der Regel einen gleichmäßigeren Durchmesser, was das Risiko von Verstopfungen bei mehrstündigen Drucken deutlich reduziert.
Muss ich die Druckparameter für PLA+ anpassen?
Ja, aber nur minimal. Beim Drucken mit PLA+ müssen Sie in der Regel lediglich die Düsentemperatur um 10 bis 15 °C erhöhen im Vergleich zu normalem PLA. Eine vollständige Neukalibrierung Ihres Druckers ist nicht notwendig.
Diese geringe Temperaturerhöhung ist entscheidend dafür, dass die Zusatzstoffe richtig fließen und eine optimale Schichthaftung entsteht – genau hier liegt die Quelle der höheren Festigkeit von PLA+.

Hier sind die Einstellungen, die ich typischerweise anpasse:
- Düsentemperatur: Wenn Sie PLA bei 200 °C drucken, starten Sie mit PLA+ bei 210–215 °C.
- Betttemperatur: Diese muss in der Regel nicht geändert werden. 50–60 °C sind vollkommen ausreichend.
- Retraktion: Da PLA+ etwas flüssiger ist, kann es gelegentlich zu mehr Stringing kommen. Falls das passiert, erhöhen Sie einfach die Retraktionsdistanz oder -geschwindigkeit leicht.
- Druckgeschwindigkeit: Sobald Sie die Temperatur im Griff haben, erlauben viele PLA+-Filamente sogar höhere Druckgeschwindigkeiten als Standard-PLA.
Mein wichtigster Tipp: Drucken Sie immer einen Temperaturturm mit jeder neuen Spule. Das ist der zuverlässigste Weg, den optimalen Druckbereich zu finden und perfekte Ergebnisse zu erzielen.
Welche sind die besten PLA+-Filamente 2026?
Nach dem Testen einer Vielzahl von Marken habe ich gelernt: Konsistenz ist das Entscheidende. Wenn ich Ihnen zwei zuverlässige Optionen empfehlen müsste, die bei mir immer in der Werkstatt vorrätig sind, wären es ohne Frage die von Anycubic. Sie bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und liefern konstant gute Ergebnisse.
Das sind meine beiden Favoriten:
- Anycubic PLA+ mit RFID: Wenn Sie einen kompatiblen Drucker besitzen, ist das eine echte Offenbarung. Der Drucker erkennt das Filament und passt die Parameter automatisch an – weniger Konfigurationsaufwand, mehr Zeit zum Drucken. Ich habe es selbst getestet und bin begeistert!
- Anycubic High-Speed PLA: Dieses Filament ist meine erste Wahl, wenn ich Geschwindigkeit benötige, ohne auf Festigkeit zu verzichten. Es ist für Drucker der neuesten Generation optimiert und liefert bei hohen Druckgeschwindigkeiten beeindruckende Ergebnisse.
Mein abschließender Rat: Lagern Sie Filamente stets richtig. Feuchtigkeit ist der größte Feind jeder Spule. Ein verschlossener Beutel mit Trockenmittel erspart Ihnen viele Probleme und misslungene Drucke.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu PLA+ vs. PLA
Kann ich PLA+ in jedem 3D-Drucker verwenden, der normales PLA verarbeitet?
Ja, problemlos. Wenn Ihr FDM-3D-Drucker mit PLA-Filament umgehen kann, funktioniert er auch mit PLA+-Filament – ganz ohne Hardware-Modifikationen.
Ist PLA+ schwieriger zu drucken als PLA?
Nein, nicht schwieriger – aber eine kleine Temperaturanpassung ist nötig. In der Regel reicht es, die Düsentemperatur um 10–15 °C zu erhöhen, um optimale Ergebnisse und maximale Festigkeit zu erzielen.
Riecht PLA+ beim Drucken stärker?
Nach meiner Erfahrung ist der Geruch praktisch identisch mit normalem PLA: sehr dezent und leicht süßlich. Beide Materialien eignen sich hervorragend für den Druck in Innenräumen, ohne unangenehme Gerüche wie andere Kunststoffe zu erzeugen.
Benötige ich ein Heizbett für den Druck mit PLA+?
Für kleine Teile ist es nicht zwingend erforderlich, aber ich empfehle dringend, ein Heizbett auf etwa 50–60 °C zu verwenden. Das sorgt für eine perfekte Haftung der ersten Schicht und verhindert so gut wie vollständig den Warping-Effekt (das Ablösen der Ecken).
Lässt sich PLA+ genauso bemalen und schleifen wie PLA?
Ja, und meiner Meinung nach sogar noch besser. PLA+ lässt sich sehr leicht schleifen, und seine mattere Oberfläche bietet eine ideale Grundlage, damit Farben und Grundierungen perfekt haften.
Fazit: Mein abschließendes Urteil als Maker
Nach dem Verbrauch von Kilogramm um Kilogramm beider Materialien ist mein Fazit eindeutig: PLA+-Filament ist der neue Standard für jeden Maker, der funktionale und langlebige Teile herstellen möchte. Der geringe Preisunterschied rechtfertigt sich durch deutlich mehr Zuverlässigkeit, Festigkeit und Oberflächenqualität.
Herkömmliches PLA-Filament bleibt eine großartige und günstige Option für schnelle visuelle Prototypen, dekorative Figuren oder Konzepttests. Wenn Ihr Bauteil jedoch mechanisch beansprucht wird, eine Presspassung benötigt oder Sie direkt vom Drucker ein professionelles Finish wünschen, ist PLA+ keine unnötige Ausgabe – sondern eine kluge Investition.
Mein Rat ist einfach: Probieren Sie es aus. Sobald Sie ein mit PLA+ gedrucktes Teil in den Händen halten und den Unterschied in Festigkeit und Oberfläche spüren, verspreche ich Ihnen: Sie werden nur schwer zum alten PLA zurückwollen. 😉
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