EDICIÓN #01025 May 2026

Mr Resin Weekly #010 — Bambu Lab Kap. III, 40K 11. Edition und gedruckte Hornhaut

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Mr Resin Weekly #010 — Bambu Lab cap. III, 40K 11ª y córnea impresa

Diese Woche tritt die Bambu-Lab-Saga in eine neue Phase: Fabbaloo veröffentlicht eine unbequeme These darüber, wer die Debatte langfristig gewinnt. Außerdem bestätigt Games Workshop praktisch das Datum der 11. Edition von Warhammer 40K, koreanische Wissenschaftler drucken eine lebende menschliche Hornhaut mit 90 % Lebensfähigkeit, UltiMaker zielt mit der Factor 4 Plus auf den Verteidigungssektor, und das französische Unternehmen Lynxter bringt eine FDA-zertifizierte Lebensmittel-Silikon-Mischung für den 3D-Druck heraus. Los geht's. 🔥

🔥 Destacado

💻 Bambu Lab vs. OrcaSlicer: die unbequeme These von Fabbaloo

Bambu Lab vs. OrcaSlicer: Analyse zur Zukunft des 3D-Drucks und der Gelegenheitsnutzer

Die Saga, die wir im Weekly #008 mit dem Cease-and-Desist gegen Paweł Jarczak eröffnet und im #009 mit dem globalen Boykott durch Geerling, Gamers Nexus und Rossmann fortgesetzt haben, tritt diese Woche in eine neue Phase. Es gibt keine Klage vor Gericht – Bambu Lab hat sie nach wie vor nicht eingereicht – aber es gibt eine vernichtende redaktionelle Analyse von Fabbaloo, die am 18. Mai veröffentlicht wurde und die Diskussion auf eine neue Ebene hebt.

Kerry Stevenson (Fabbaloo) stellt eine These auf, die die Open-Source-Community aufschreckt: Langfristig gewinnt Bambu Lab diesen Kampf. Nicht weil sie rechtlich im Recht wären oder die beliebteste Marke wären, sondern weil die Marktlogik auf ihrer Seite steht. Neue 3D-Drucker-Käufer sind immer weniger technisch versiert und immer mehr Gelegenheitsnutzer, die wollen, dass der Drucker wie ein HP-Papierdrucker funktioniert: einstecken, drucken, ohne verstehen zu müssen, was Klipper ist. Stevenson zieht direkt den Vergleich zu 2D-Druckern: „Sieht heute jemand Papierdrucker, die für Open-Source-Tuning gebaut sind? Nein. Es sind Geräte, die man kauft und benutzt. Der Bedarf an Open-Source-Fähigkeiten in dieser Kategorie ist längst erloschen."

Das Argument trifft, weil es zum Teil stimmt. Der technisch versierte Maker – derjenige, der Firmware modifizieren, Klipper anschließen und den Slicer ohne Erlaubnis wechseln möchte – ist unter den Gesamtkäufern zunehmend in der Minderheit. Bambu Lab spielt auf Sicht eines Jahrzehnts, nicht darauf, den Twitter-Streit dieser Woche zu gewinnen. Wenn Gelegenheitsnutzer die technischen Anwender bis 2030 im Verhältnis 10:1 überflügeln, verliert die Open-Source-Lobby – auch wenn sie moralisch im Recht ist.

Für deutsche Maker stellt sich die praktische Frage direkt: Kaufen Sie einen Drucker heute – priorisieren Sie Out-of-the-Box-Funktionalität oder spätere Modifizierbarkeit? Beide Optionen sind legitim, aber es ist keine identische Entscheidung mehr. Wer auf sichere Firmware-Kontrolle, Klipper, freien Slicer und Cloud-Unabhängigkeit setzt, sollte sich Prusa, Snapmaker oder Peopoly ansehen. Wer Plug-and-Play ohne Aufwand will, ist mit Bambu Lab und dem mittleren Preissegment von Anycubic und Elegoo gut bedient. Was wegfällt, ist die Grauzone: Das „Ich kaufe Bambu und befreie ihn später" funktioniert nicht mehr wie früher.

Die Saga geht weiter. Aber diese Woche ist die Debatte nicht mehr rechtlicher Natur – sie ist kommerziell. Und das verändert das Spielfeld grundlegend. Die vollständige Analyse auf Fabbaloo lesen →

🎲 Miniaturen

🎲 Warhammer 40K 11. Edition: Armageddon Box am 20. Juni für 299 USD

Warhammer 40K 11. Edition: Armageddon Launch Box

Was wir im Weekly #002 als Ankündigung auf der AdeptiCon berichtet haben, hat nun einen fast bestätigten Termin. Spikey Bits hat die Hinweise zusammengeführt, und alles deutet darauf hin, dass Games Workshop die Vorbestellungen am 6. Juni öffnet und die Armageddon Launch Box am 20. Juni 2026 ausliefert. Warhammer World hat genau diese Woche für Events blockiert – was historisch gesehen ein klares Zeichen für einen großen Launch ist. Der gemunkelte Preis von 299 USD passt zur üblichen Logik (Saturnine war 299 USD, Leviathan 250 USD).

Der vollständige Inhalt der Box wurde bereits am 15. Mai enthüllt: 23 Space Marines als Push-fit + 38 Orks als Push-fit in 12 neuen Kits, darunter der neue Big Mek Dakkarig (Ork-Mech mit Kanone), ein Captain mit Relic Shield, ein Bigboss, ein Bannernob und ein Eradicator-Trupp mit schwerem Bolter. Dazu kommt das Dominatus-Deck für Kampagnen am Wochenende. Die narrative Kampagne dreht sich um Armageddon als klassische Kriegszone, in der die Astra Militarum solange standhält, bis die Blood Angels eintreffen.

Für alle, die Minis bemalen, ist das das Hobby-Event des Jahres. Neue Editionen treiben in den darauffolgenden sechs Monaten die Nachfrage nach Farben, Pinseln und Premium-Resin deutlich an – besonders bei Hobbyisten, die mit der Box neu ins System einsteigen. Wer Proxies oder Geländestücke aus Resin für seine Space Marines druckt, sollte rechtzeitig Vorrat anlegen. Im Shop bereiten wir ein gezieltes Sortiment an hochauflösendem Resin für feine Details, Vallejo Game Color für die Bemalung sowie Artis Opus Pinsel vor.

Zur Einordnung: Games Workshop hat den 20. Juni offiziell noch nicht bestätigt – doch die Kombination aus blockierter Warhammer-World-Woche, dem historischen Muster (10. Edition Juni 2023, 9. Edition Juni 2020, 8. Edition Juni 2017) und den Leaks von Spikey Bits macht es so gut wie sicher. Zur Analyse von Spikey Bits →

🤖 Ciencia WTF

🤖 Koreanische Forscher drucken lebende menschliche Hornhaut mit 90 % Zellviabilität

Ein Team der Pohang University of Science and Technology und der Kyungpook National University hat in der Peer-Review-Zeitschrift Biofabrication einen Meilenstein der Biofabrikation veröffentlicht: eine per 3D-Druck hergestellte lebende menschliche Hornhaut – transparent, flexibel und mit einer Zellviabilität von knapp 90 %. Als Biotinte nutzten sie dezellularisiertes Hornhautstroma (Spenderhornhaut, aus der die Zellen entfernt wurden) in Kombination mit Stammzellen, die sich in die benötigten Zelltypen differenzieren können.

Das technisch faszinierendste Detail: Während der Extrusion wurden Scherkräfte eingesetzt, um die Kollagenfasern wie in einer natürlichen Hornhaut auszurichten. Genau diese Ausrichtung sorgt für klare Lichttransmission – und ist der Grund, warum künstliche Hornhäute bisher immer gescheitert sind. In Tierversuchen blieb die gedruckte Hornhaut transparent, integrierte sich innerhalb eines Monats in das umliegende Gewebe und zeigte sogar erste Anzeichen einer Nervenregeneration.

Das Potenzial ist enorm: Hornhautblindheit betrifft weltweit rund 12 Millionen Menschen, und viele haben keinen Zugang zu Transplantationen, weil es zu wenige Spender gibt. Sollte sich diese Technologie durchsetzen, werden Augenbanken kein Engpass mehr sein. Es handelt sich nach wie vor um Forschung – kein kommerzielles Produkt –, doch die Ergebnisse öffnen die Tür zur bedarfsgerechten 3D-Druckfertigung von Transplantationsgewebe. Das ist dieselbe Strömung im Bereich Biofabrikation, die wir im Weekly #003 mit den Mikrorobotern aus Leiden aufgegriffen haben – diesmal jedoch mit funktionalem menschlichem Gewebe. Bericht bei Fabbaloo lesen →

🔧 Hardware

🔧 UltiMaker Factor 4 Plus: Industriedrucker für professionelle und Verteidigungsanwendungen

UltiMaker stellte am 21. Mai den Factor 4 Plus vor – die Weiterentwicklung des 2024 eingeführten Factor 4. Das Versprechen: doppelte Geschwindigkeit bei gleichbleibender Industriequalität, dank eines verstärkten Gantry-Systems zur Schwingungsdämpfung bei hoher Geschwindigkeit sowie einem neuen Motion-Planner namens Cheetah, der abrupte Beschleunigungsänderungen eliminiert. Die Materialien sind auf Dauerproduktion ausgelegt: PPS-CF (hochtemperaturbeständiger, chemikalienresistenter Verbundwerkstoff), Vorrichtungen, Halterungen und Ersatzteile.

Strategisch besonders interessant: UltiMaker rechnet damit, dass der Verteidigungsbereich bis Ende 2026 30 % des Umsatzes ausmachen wird. Bereits im vergangenen Jahr wurden die S6 Secure und S8 Secure mit Air-Gap-Funktion (ohne Internetverbindung), USB-only-Betrieb, manipulationssicherem Firmware und versiegelter Hardware für mobile Militäreinheiten und Stützpunkte eingeführt. Während Bambu Lab um die Cloud-Kontrolle im Heimbereich kämpft, positioniert sich UltiMaker am entgegengesetzten Ende: professionell, NATO-kompatibel, ohne Cloud.

Für eine durchschnittliche deutsche Werkstatt ist das keine unmittelbare Kaufentscheidung – es bleibt ein professionelles Segment. Dennoch ist es ein aufschlussreiches Marktsignal: Die Spezialisierung nach Anwendungsfall nimmt zu. Auf der einen Seite geschlossene Cloud-Ökosysteme für den Heimbereich (Bambu, Anycubic), auf der anderen offene Air-Gap-Lösungen für die Industrie (UltiMaker, Prusa, Peopoly – letztere haben wir im #009 mit der Giga 800 behandelt). „Ein Drucker für alles" wird immer seltener. Bei 3D Printing Industry lesen →

🧪 Materialien

🧪 Lynxter SIL-004: FDA-zertifiziertes Lebensmittelsilikon direkt im 3D-Druck

Lynxter SIL-004: FDA-zertifiziertes Lebensmittelsilikon direkt im 3D-Druck

Das französische Unternehmen Lynxter, spezialisiert auf Elastomere, hat die SIL-004 eingeführt: ein flüssiges Silikon, das speziell für den direkten 3D-Druck entwickelt wurde und den Standard FDA CFR 21 177-2600 erfüllt – die Norm, die Kautschukartikel für den wiederholten Kontakt mit Lebensmitteln regelt. Auf den Punkt gebracht: Erstmals lässt sich ein Bauteil aus Silikon drucken und direkt in einer Verpackungslinie, einer Lebensmittelmaschine oder im industriellen Küchenutensil einsetzen – ohne aufwändige Zertifizierungsprozesse.

Das technische Interesse geht weit über die Lebensmittelbranche hinaus. Bisher musste jedes Projekt, das Silikon benötigte – individuelle Dichtungen, medizinische Prototypen, elastische Formen – den Weg über Spritzguss nehmen, mit langen Vorlaufzeiten und hohen Kosten. Der direkte 3D-Druck von Silikon macht diesen Schritt überflüssig. Lynxter ist auf diesem Gebiet kein Neuling: Das Unternehmen arbeitet seit Jahren mit Elastomeren, aber die FDA-Zertifizierung für ein direkt gedrucktes 3D-Silikon ist das, was echte kommerzielle Türen öffnet.

Das ist eine weitere europäische Neuigkeit, ganz im Sinne der Konsolidierung, über die wir in der #009 mit Sculpteo + 3D Prod berichtet haben: Europa rüstet sich bei professionellen Materialien und Dienstleistungen, während Asien die Consumer-Hardware dominiert. Für Maker ist das SIL-004 kein Direktprodukt (Lynxter ist B2B), aber der Trend zählt: Immer mehr zertifizierte Materialien stehen für den 3D-Druck zur Verfügung. Mehr über Lynxter bei VoxelMatters →

💬 Unser Fazit der Woche

Vor zwei Wochen lautete die Frage noch „Bambu Lab – ja oder nein?", diese Woche beginnt die Branche auf verschiedene Weisen zu antworten. Auf der einen Seite stellt Fabbaloo die unbequeme These auf: Langfristig gewinnt das geschlossene Ökosystem, weil die meisten neuen Nutzer nichts anpassen wollen. Auf der anderen Seite wird die 11. Edition von Warhammer Tausende von Hobbyisten monatelang zum Bemalen und Produzieren von Miniaturen bringen. Und währenddessen schreitet die Wissenschaft voran und druckt lebende Hornhäute – während UltiMaker und Lynxter das professionelle Segment ganz ohne Cloud unter sich aufteilen.

Die Branche spaltet sich in drei Geschwindigkeiten: geschlossener Consumer-Cloud-Bereich (Bambu, Teile von Anycubic), offenes Prosumer-Segment (Prusa, Snapmaker, Klipper) und vertikalisierter Profi-Bereich (UltiMaker, Lynxter, Peopoly). Der Maker steckt mittendrin und sollte in alle drei Richtungen schauen. Wir bleiben auf unserem Posten: Harz, kostenlose Tools und dieser Newsletter jeden Montag – damit Sie nicht acht verschiedene Blogs lesen müssen. 💪

❓ Häufige Fragen der Woche

Wird Bambu Lab den OrcaSlicer-Entwickler verklagen?
Bis heute hat Bambu Lab keine Klage vor Gericht eingereicht. Der Fall befindet sich weiterhin in der Phase von Abmahnungen und öffentlichen Stellungnahmen. Die Analyse von Fabbaloo vom 18. Mai deutet darauf hin, dass sich der Kampf vom rechtlichen ins kommerzielle Terrain verlagert: Bambu Lab setzt darauf, dass Gelegenheitsnutzer (eine wachsende Mehrheit) mehr einbringen als die Open-Source-Community.

Wann erscheint Warhammer 40K 11. Edition genau?
Games Workshop hat den offiziellen Termin noch nicht bestätigt, aber alle Hinweise deuten auf den Samstag, den 20. Juni 2026 hin, mit Vorbestellungen ab dem 6. Juni. Das stärkste Signal: Warhammer World hat das Wochenende vom 20.–21. Juni für Veranstaltungen reserviert, was historisch mit großen Releases zusammenfällt. Die 10., 9. und 8. Edition erschienen alle im Juni (2023, 2020 bzw. 2017).

Wann werden 3D-gedruckte Hornhäute für Transplantationen verfügbar sein?
Die koreanische Studie, veröffentlicht in Biofabrication, belegt eine technische Machbarkeit von 90 % in Tierversuchen, aber es gibt noch kein marktreifes Produkt. Vor der Zulassung in Krankenhäusern müssen klinische Studien am Menschen durchgeführt werden – ein Prozess, der typischerweise 5–10 Jahre dauert. Unternehmen wie Precise Bio führen in Israel bereits Phase-1-Studien mit ähnlichen Hornhäuten durch.

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Häufige Fragen zu Mr Resin Weekly

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