EDICIÓN #01429 June 2026

Mr Resin Weekly #014 — HeyGears druckt in Vollfarbe, Prusa INDX und Necromunda

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Mr Resin Weekly #014 — HeyGears imprime a todo color, Prusa INDX y Necromunda

Diese Woche startet mit einer dieser Neuigkeiten, die wie Science-Fiction klingt: HeyGears hat einen Desktop-3D-Drucker angekündigt, der vollständige 3D-Objekte in Vollfarbe druckt – ganz ohne Bemalen. Außerdem: Prusa aktiviert endlich den Werkzeugwechsler der CORE One INDX, Games Workshop bringt den Sommer mit einem neuen Necromunda zum Kochen, die USA verschärfen die Gesetze zu „waffenfeindlicher Software" für 3D-Drucker, und eine Universität erhält 1,15 Millionen für den 3D-Druck von Linsen in Mikrongröße. Los geht's. 🔥

🔥 Highlight

🎨 HeyGears G1X: ein Desktop-3D-Drucker in Vollfarbe

HeyGears G1X, Desktop-3D-Drucker in Vollfarbe per UV-Tintenstrahldruck

Halten Sie sich fest. HeyGears – die Hersteller der Resin-Drucker UltraCraft und Reflex – hat die G1 Series (G1 und G1X) angekündigt und bewirbt sie als „weltweit ersten Desktop-3D-Drucker in Vollfarbe". Das Entscheidende dabei: Er druckt tatsächlich vollständige 3D-Objekte mit echtem Volumen, Schicht für Schicht, bis zu einer Höhe von ca. 150 mm – mit Farbe und Transparenz direkt in das Bauteil integriert. Das ist keine Maschine, die flache Oberflächen bedruckt: Sie baut echte dreidimensionale Modelle auf, die bereits fertig eingefärbt aus dem Drucker kommen. Stellen Sie sich vor, eine Miniatur aus dem Drucker zu nehmen, die bereits vollständig bemalt ist – ganz ohne Pinsel.

Allerdings ist es wichtig, eines zu verstehen, um keine falschen Erwartungen zu haben: Die G1X ist kein Wannen-Resin-Drucker wie Ihr Saturn oder Ihr Mars. Sie arbeitet nicht mit einem Harzbehälter und einem LCD-Display, das ganze Schichten aushärtet. Sie nutzt eine andere Technologie: UV-Tintenstrahldruck (im Fachjargon „Material Jetting" – dasselbe Prinzip wie bei den teuren Stratasys-PolyJet-Systemen). Ein Druckkopf schießt mikroskopisch kleine Tröpfchen aus Fotopolymer – gerade einmal 3,9 Pikolitern – und härtet sie sofort mit UV-Licht aus, wobei CMYK-Tinten gemischt werden, um die Farbe direkt im Objekt zu erzeugen. Deshalb kann er etwas, das Ihr Resin-Drucker nicht kann: Vollfarbe und Farbverläufe in einem einzigen Bauteil.

Die Zahlen, die HeyGears nennt, sind beeindruckend: Das Topmodell G1X verwendet einen industriellen Epson i3200-Druckkopf mit 8 Tintenkanälen, einer Auflösung von bis zu 1440 × 2400 DPI, wasserlöslichen Stützstrukturen und über 10 Millionen Farben. Das war bisher ausschließlich mit industriellen Maschinen von Stratasys oder Mimaki möglich – zu Preisen zwischen 40.000 und 190.000 US-Dollar. Das auf den Heimschreibtisch zu bringen, wäre – wenn es funktioniert – ein enormer Schritt nach vorn.

Und hier kommt der Hinweis von Mr Resin, denn wir möchten Ihnen die Wahrheit sagen und keine Luftschlösser verkaufen. Erstens: Es handelt sich nur um eine Vorbestellung – das Gerät ist noch nicht erhältlich. Es gibt eine rückerstattbare Anzahlung von 50 $ und ein Kickstarter-Kampagne, die für Juli 2026 geplant ist, mit geschätztem Versand „irgendwann im Jahr 2026". Es gibt bislang keinen einzigen unabhängigen Test: Alle Angaben stammen vom Hersteller. Zweitens: Achten Sie auf die Preise. Nur das Toppaket G1X Full-3D (3.299 $ im VIP-Vorverkauf, 5.499 $ Endpreis) druckt wirklich vollständige 3D-Objekte in Vollfarbe. Die günstigeren Modelle (ab 1.699 $) sind im Grunde UV-Flächendrucker. Und drittens: Der Titel „weltweit erster" ist umstritten, da Flashforge bereits 2024 etwas Ähnliches angekündigt hat (die CJ270) – die bis heute nicht auf dem Markt erschienen ist.

Bedeutet das, dass Sie Ihren Resin-Drucker entsorgen sollten? Keineswegs. Für den Druck ganzer Miniaturenarmeen in Grau zu günstigen Preisen mit höchster Detailgenauigkeit bleibt Ihr MSLA-Drucker die unangefochtene Königin — günstiger, schneller pro Teil und mit diesem glasglatten Finish. Aber das Versprechen von „vollfarbigen Miniaturen direkt vom Druckbett" ist ein spannender Blick in die Zukunft. Wir werden das Kickstarter-Projekt sehr genau im Auge behalten. Alle technischen Daten auf 3D Printing Industry ansehen →

💵 Industrie

🔧 Prusa CORE One INDX: Der Tool-Changer funktioniert endlich richtig

Prusa CORE One mit dem INDX Tool-Changer mit 8 Düsen

Nach monatelangen Teasern und Vorbestellungen hat Prusa nun Firmware 6.6.0 veröffentlicht – die erste Version, die den INDX-Tool-Changer der CORE One wirklich aktiviert. Was kann er? Er wechselt während des Drucks automatisch zwischen bis zu 8 Düsen, mit berührungsloser Induktionsheizung, kontinuierlicher Düsenerkennung und automatischer Reinigung mit integriertem Abfallbehälter.

Die entscheidende Zahl für Mehrfarb-Druck: Prusa gibt den Materialverlust mit gerade einmal 13 Milligramm pro Materialwechsel an. Zum Vergleich: Das ist fünfmal weniger als bei den effizientesten Systemen und dreißigmal weniger als beim herkömmlichen Filament-Purging. Wer schon einmal die Plastikberge einer Purge-Tower-Lösung erlebt hat, versteht, warum das ein echter Durchbruch ist. Außerdem dauert die Kalibrierung nur noch 15 Sekunden pro Werkzeug – zwanzigmal schneller als beim ursprünglichen XL.

Dies setzt den Tool-Changer-Wettbewerb fort, den wir bereits verfolgt haben: den FlashSwap von Flashforge in #013 und den KliTek von Creality in #011. Der Unterschied: Der INDX ist die europäische und offene Alternative zu proprietären Purging-Systemen. Zur Ehrlichkeit gehört aber auch: Die Release Notes listen mehrere bekannte Probleme auf (Fehler beim Aufnehmen und Parken der Werkzeuge, Probleme mit Flexibelmaterialien, spontane INDX-Kopf-Neustarts) – die Entwicklung ist also noch nicht abgeschlossen. Die Richtung jedoch ist glasklar. Firmware auf der Prusa-Website herunterladen →

🎲 Miniaturen

🎲 Games Workshop heizt den Sommer ein: Necromunda kehrt zurück

Neue Necromunda-Edition mit den Banden Escher und Goliath

Bei der Big Summer Preview präsentierte Games Workshop elf Ankündigungen für acht Spielsysteme – das Highlight für Maker ist jedoch die neue Edition von Necromunda. Das Core Set enthält zwei Banden – die Escher Blades of the Matriarch und die Goliath Forge Smelters – jeweils mit acht völlig neuen Kunststoffminiaturen. Für alle, die Necromunda nicht kennen: Es handelt sich um das Skirmish-Spiel über Bandenkämpfe in den Industriekolossen des Warhammer 40.000-Universums – dichtes Gelände, Gassen, Schrott... ein Paradies für den 3D-Druck.

Und damit nicht genug. GW kündigte außerdem das Codex Orks als erstes Kodexbuch der 11. Edition an (mit einem neu geskulpteten Trukk), fertig bemaltes Plastikgelände für 40K, die Custodes in Plastik, Aeldari Exodites auf Dinosauriern für Kill Team, einen zweiköpfigen Drachen für The Old World und Titan-Waffen aus Plastik für Legions Imperialis. Es gibt also reichlich Stoff für die kommenden Monate.

Warum interessiert uns das in einem 3D-Druck-Shop? Weil Necromunda und industrielles Gelände zu den meistgedruckten Themen im Hobby zählen: Schrottplätze, Barrikaden, Plattformen, Container... Und weil jede GW-Neuerscheinung die Nachfrage nach Farben, Detailharz und Finishing-Werkzeug für Monate in die Höhe treibt. Wer seinen Drucker zuletzt stehen ließ, hat jetzt keine Ausreden mehr. Die 40K 11. Edition, die wir in früheren Ausgaben ausführlich behandelt haben, lassen wir hier bewusst beiseite – das ist ein anderes Kapitel. Alle Ankündigungen auf Warhammer Community ansehen →

⚖️ Regulierung

⚖️ USA will verpflichtende „Waffensperr-Software" für 3D-Drucker einführen

Ein ernsteres, aber wichtiges Thema. In den USA breitet sich eine Welle von Gesetzen aus, die 3D-Drucker zur Nutzung von „Sperrsoftware" verpflichten würden, um das Drucken von Schusswaffen zu erkennen und zu verhindern. Das ist längst nicht mehr nur Kalifornien (AB2047, das wir im Weekly #009 behandelt haben): New York hat es bereits verabschiedet – als Teil seines Haushaltsgesetzes – und Washington berät ein ähnliches Gesetz (wobei die Verpflichtung erst ab 2029 greifen würde).

Das Problem laut Fachpresse und Electronic Frontier Foundation (EFF): Eine solche Sperre ist technisch nicht zuverlässig umsetzbar, und die EFF bezeichnet das Vorhaben direkt als „zum Scheitern verurteilt". Die eigentliche Sorge besteht darin, dass zu weit gefasste Definitionen am Ende Allzweckdrucker, Open-Source-Software und Makerspaces mit einschließen – und damit allen das Leben schwerer machen, ohne das eigentliche Problem zu lösen.

Betrifft uns das in Deutschland? Aktuell nicht direkt. Aber die Regulierung des 3D-Drucks ist ein globaler Trend, und was in den USA entsteht, findet früher oder später seinen Weg nach Europa. Das Thema sollte man im Blick behalten. Da es sich um ein laufendes, noch ungelöstes Rechtsthema handelt, werden wir weiter berichten. Analyse auf Fabbaloo lesen →

🤖 WTF-Wissenschaft

🤖 1,15 Millionen Dollar für den 3D-Druck von Linsen in Mikrometergröße

Zum Abschluss etwas wirklich Faszinierendes aus der Wissenschaft. Ein Team der University of California in Santa Barbara unter der Leitung von Professor Galan Moody hat ein Förderung von 1,15 Millionen US-Dollar von der National Science Foundation erhalten – für den Kauf eines Nano-3D-Drucksystems, das in der Lage ist, eine Polymerlinse von weniger als 50 Mikrometern Breite direkt auf die Kante eines Chips zu drucken.

Zum Verständnis der Größenordnung: 50 Mikrometer entsprechen der Hälfte der Dicke eines menschlichen Haares. Wir sprechen hier von 3D-gedruckten Strukturen, die in Millionstel Metern gemessen werden. Die Anlage wird im Nanofabrikationslabor der Universität betrieben und eröffnet die Möglichkeit, optische Bauteile und komplexe Strukturen in einem Maßstab herzustellen, der bis vor Kurzem reine Zukunftsmusik war.

Das ist nichts, was man zu Hause haben wird – aber es zeigt eindrucksvoll, wie weit der 3D-Druck reicht: von einer Necromunda-Miniatur auf dem Spieltisch bis hin zu einer mikroskopischen Linse am Rand eines Chips. Dieselbe Grundidee – Schicht für Schicht aufbauen – angewendet im größten wie im kleinsten Maßstab. Faszinierend. Artikel auf 3DPrint.com lesen →

💬 Unser Fazit der Woche

Der große Trend 2026 bleibt Multimaterial und Farbe – und er wird von zwei entgegengesetzten Seiten angegangen. Auf der einen Seite versucht HeyGears, den Vollfarbdruck (per UV-Inkjet) in den Heimbereich zu bringen; auf der anderen Seite perfektioniert Prusa den Werkzeugwechsel beim FDM-Druck mit minimalem Abfall. Zwei unterschiedliche technische Wege zum selben Ziel: der einfarbigen Druckteil eine Ende zu setzen. Im Hintergrund zeichnet sich Regulierung als das große, unbequeme Thema der kommenden Jahre ab.

Für Miniatur-Fans hinterlässt die Woche eine klare Botschaft: Ein neues Necromunda-Sortiment mit jede Menge Plastik zum Drucken und Bemalen steht vor der Tür – und in der Ferne zeichnet sich eine Zukunft ab, in der vielleicht gar kein Bemalen mehr nötig ist. Aber diese Zukunft ist noch nicht da: Heute sind Ihr Resin-Drucker und Ihre Pinsel noch unangefochten. Wir halten die Stellung: Harz, Farben, kostenlose Tools und dieser Newsletter jeden Montag. 💪

❓ Häufige Fragen der Woche

Ist der HeyGears G1X ein Resin-Drucker?
Nicht im üblichen Sinne. Er druckt zwar vollständige 3D-Objekte mit echtem Volumen, verwendet aber weder eine Resin-Wanne noch ein LCD-Display wie typische MSLA-Drucker (Elegoo Saturn, Anycubic Mars usw.). Er arbeitet per UV-Inkjet (Material Jetting): Ein Druckkopf schießt Tröpfchen aus Fotopolymer aus und härtet diese Schicht für Schicht aus – so kann er ein einzelnes Teil in Vollfarbe drucken. Diese Technologie ähnelt eher industriellen Stratasys-PolyJet-Systemen.

Wann ist der HeyGears G1X erhältlich und was kostet er?
Derzeit gibt es nur eine Reservierung mit einer rückerstattbaren Anzahlung von 50 $. Der Kickstarter ist für Juli 2026 geplant, der Versand „irgendwann 2026" – ohne festen Termin. Zum VIP-Vorbestellungspreis kostet das Top-Modell G1X Full-3D (das einzige, das wirklich vollständige 3D-Objekte in Vollfarbe druckt) 3.299 $, mit einem geplanten Endpreis von 5.499 $. Die günstigeren Modelle ab 1.699 $ eignen sich hauptsächlich für UV-Oberflächendruck, nicht für vollständige 3D-Vollfarbdrucke.

Sollte ich meinen Resin-Drucker gegen einen solchen tauschen?
Zum jetzigen Zeitpunkt: Nein. Für das Drucken von Miniaturen in Grau – günstig, mit hoher Detailgenauigkeit und glattem Finish – ist ein MSLA-Resin-Drucker nach wie vor günstiger, schneller pro Teil und zuverlässiger. Der G1X ist vielversprechend für alle, die fertig bemalte Teile ohne Nacharbeit möchten, wurde jedoch noch nicht unabhängig getestet. Die Kosten für Tinte und Harz sind unklar, und nur das teure Modell druckt wirklich in vollständiger 3D-Vollfarbe.

Was ist das Prusa INDX Tool Changer?
Ein System, das es dem Prusa CORE One ermöglicht, während eines einzigen Drucks automatisch zwischen bis zu 8 Düsen zu wechseln – für den Druck in mehreren Farben oder Materialien. Der große Vorteil: Es entsteht kaum Abfall (ca. 13 Milligramm pro Wechsel, verglichen mit den Spültürmen, die deutlich mehr Filament verschwenden). Das Firmware-Update 6.6.0, veröffentlicht am 25. Juni 2026, ist die erste Version, die diese Funktion vollständig aktiviert.

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Häufige Fragen zu Mr Resin Weekly

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Mr Resin Weekly ist der wöchentliche Newsletter von Mr Resin, spezialisierter deutscher Shop für Anycubic- und Elegoo-Harze, Filamente und 3D-Druck. Jeden Montag senden wir unserer Community eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten rund um den 3D-Druck: Drucker- und Materiallaunches, Software-Neuheiten, Branchenevents, Rabatte und herausragende Projekte der Maker-Community.

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