Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Mars 5 Ultra und Photon Mono M5s?
Die Mars 5 Ultra setzt auf 9K-Auflösung mit intelligentem Auto-Leveling, während die Photon M5s mit 12K und automatischem Nivellierungssystem aufwartet. Beide Drucker liegen bei rund 300€, sprechen jedoch leicht unterschiedliche Zielgruppen an.
Elegoo hat die Elegoo Mars 5 Ultra als ihren Einstieg in das Ultra-Hochauflösungssegment positioniert – mit einem Display von 8520 x 4320 Pixeln (vom Marketing als „9K" bezeichnet). Anycubic kontert mit der Photon Mono M5s und ihrem 12K-Panel, das noch mehr Details verspricht.
Besonders interessant ist dabei folgendes Detail: Laut den technischen Daten verfügt die Mars 5 Ultra über eine Pixelgröße von 18 Mikrometern, während typische 12K-Drucker bei etwa 19x24 Mikrometern liegen. Elegoo hat also kleinere Pixel bei geringerer Gesamtauflösung erreicht. In der Theorie sollte das zu ebenso feinen Details führen, aber mit kleineren Dateien und schnelleren Verarbeitungszeiten.
Der konzeptionelle Unterschied liegt auf der Hand: Elegoo setzt auf die Balance zwischen Druckqualität und Arbeitsgeschwindigkeit, während Anycubic maximale Auflösung ohne Rücksicht auf Leistungseinbußen anstrebt. Bei Miniaturen in 28–32 mm sollten beide Drucker praktisch identische Ergebnisse liefern. Der tatsächliche Unterschied zeigt sich bei größeren Druckobjekten, wo die 12K-Auflösung bei glatten Oberflächen Vorteile haben könnte.
Welche technischen Spezifikationen hat jeder Drucker?
Die Mars 5 Ultra bietet ein Druckvolumen von 153,36 x 77,76 x 165 mm bei einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 150 mm/h. Die Photon M5s verspricht ähnliche Werte, punktet jedoch hauptsächlich mit ihrer 12K-Auflösung.
| Merkmal | Elegoo Mars 5 Ultra | Anycubic Photon Mono M5s |
|---|---|---|
| Auflösung | 9K (8520 x 4320) | 12K |
| Pixelgröße | 18 μm | ~19x24 μm |
| Druckvolumen | 153,36 x 77,76 x 165 mm | Nicht angegeben |
| Max. Druckgeschwindigkeit | 150 mm/h | Nicht angegeben |
| Lichtgleichmäßigkeit | 92 % | Nicht angegeben |
| Gewicht | 8,8 kg | Nicht angegeben |
| Enthaltene Software | ChituBox Pro 3 Monate | Nicht angegeben |
Ein bemerkenswertes Detail in der Ankündigung von Elegoo ist die Lichtgleichmäßigkeit von 92 %. Das bedeutet, dass die Ecken des Druckbereichs nahezu dieselbe UV-Intensität erhalten wie die Mitte – ein entscheidender Faktor bei großen Druckplatten. Ebenfalls hervorzuheben sind die 60.000 Zyklen Lebensdauer der Trennfolie vor dem ersten Wechsel – sollte das der Realität entsprechen, wären das Jahre intensiven Einsatzes ohne FEP-Wechsel.
Auch der thermische LED-Schutz bei 80 °C klingt vielversprechend. Er soll theoretisch eine Überhitzung bei langen Drucksitzungen verhindern – ob er jedoch nicht durch übermäßige Vorsicht Druckvorgänge mittendrin abbricht, bleibt abzuwarten.
Welcher Drucker liefert bessere Detailqualität bei Miniaturen?
Mit einer XY-Auflösung von 18 Mikrometern sollte die Mars 5 Ultra die Qualität der M5s bei Standard-Miniaturen in 28–32 mm mindestens erreichen oder sogar übertreffen – der Unterschied zwischen 9K und 12K ist für das menschliche Auge in dieser Größe nicht wahrnehmbar.
Hier treffen Marketingzahlen auf physikalische Realität. 12K klingt zwar besser als 9K, doch bei einem Vergleich von 18 Mikrometern gegenüber 19x24 Mikrometern hat die Mars 5 Ultra einen echten Vorteil in der Pixeldichte. Zur Einordnung: Ein menschliches Haar ist etwa 70 Mikrometer dick. Wir reden hier von Unterschieden von 1–6 Mikrometern zwischen beiden Druckern.
Bei Wargaming- oder D&D-Miniaturen, bei denen die feinsten Details (Ketten, Runen, Hauttexturen) selten unter 0,1 mm liegen, sollten beide Drucker nicht zu unterscheidende Ergebnisse liefern. Der tatsächliche Unterschied zeigt sich bei:
- Schmuck und Bijouterie mit submillimetrischen Gravuren
- Dentale Prototypen, bei denen jedes Mikron zählt
- Bauteile mit stark geschwungenen Oberflächen, bei denen Aliasing besonders sichtbar ist
Was Nutzer in Foren tatsächlich berichten: Der visuelle Unterschied zwischen 4K und 9K ist kaum wahrnehmbar, dafür wird eine höhere Druckgeschwindigkeit erreicht. Sollte sich das bestätigen, wäre die Mars 5 Ultra der ideale Kompromiss zwischen Qualität und Produktivität.
Welcher Drucker ist in der Praxis schneller?
Die Mars 5 Ultra wirbt mit 150 mm/h Maximalgeschwindigkeit, aber im realen Betrieb mit Belichtungszeiten von 1,6 Sekunden pro Schicht sind realistische 60–80 mm/h mit Standardharzen zu erwarten.
Die 150 mm/h sind eine typische Marketingangabe, die sich nur mit Ultra-Schnellharzen, minimalen Belichtungszeiten und etwas Glück bei den Stützstrukturen erreichen lässt. In dokumentierten Tests arbeiten Nutzer mit der Mars 5 Ultra bei Belichtungszeiten von 1,6 Sekunden für Elegoo-kompatible Harze für die Mars 5 Ultra, was in deutlich konservativeren Realgeschwindigkeiten resultiert.
Ein interessanter Aspekt: Tester bestätigen, dass die Mars 5 Ultra mit Elegoo-Harz besser funktioniert als mit Anycubic-Harz, das für optimale Ergebnisse eine geringere Geschwindigkeit erfordert. Das ist wenig überraschend – Hersteller optimieren ihre Geräte für die eigenen Harze –, bedeutet aber: Wer bereits Anycubic-kompatible Harze für den Photon M5s vorrätig hat, fährt mit dem eigenen Ökosystem möglicherweise besser.
Die tatsächliche Druckgeschwindigkeit hängt mehr vom eigenen Workflow ab als vom Gerät selbst:
- Schichtstärke: 0,05 mm für Details vs. 0,1 mm für Geschwindigkeit
- Stützstrukturdichte: 0,2 mm Stärke laut Tests
- Harztyp: Standard vs. Rapid vs. Tough
- Hubzeit zwischen den Schichten
Welches Gerät bietet das bessere Software-Ökosystem und die aktivere Community?
Elegoo legt 3 Monate ChituBox Pro im Wert von ca. 50 € bei und verfügt über eine aktivere Reddit-Community. Anycubic hat einen eigenen Slicer, ist in westlichen Foren aber weniger präsent.
Die Mars 5 Ultra wird mit einer zeitlich begrenzten ChituBox-Pro-Lizenz geliefert – dem De-facto-Standard für Resin-3D-Druck. Damit erhält man Zugang zu erweiterten Funktionen wie intelligenter automatischer Ausrichtung und optimierter Stützstrukturgenerierung. Nach den 3 Monaten kann man zur kostenlosen Version zurückkehren oder das Abo abschließen, falls die Pro-Funktionen unverzichtbar sind.
In puncto Community hat Elegoo klar die Nase vorn – etwa auf r/ElegooMars, wo tausende aktive Nutzer Profile und Lösungen teilen. Die Druckparameter für die Elegoo Mars 5 Ultra werden von der Community für verschiedene Harze laufend aktualisiert, während man für den M5s mehr suchen oder selbst experimentieren muss.
Anycubic bietet mit Photon Workshop eine Alternative zu ChituBox – doch seien wir ehrlich: Die meisten greifen letztlich zu ChituBox oder Lychee, wegen der größeren Flexibilität und regelmäßigen Updates. Das CTB-Dateiformat wird universell unterstützt, sodass kein echtes Lock-in in ein bestimmtes Ökosystem besteht.
Welche Marke bietet in Deutschland den besseren After-Sales-Service?
Beide Marken verfügen über offizielle Händler, doch Elegoo punktet mit schnellerer RMA-Abwicklung und besserer Ersatzteilverfügbarkeit bei Amazon. Anycubic hat einen technischen Support, dessen Reaktionszeiten jedoch variabler ausfallen.
Wer die Mars 5 Ultra bei Mr Resin für 279 € kauft, profitiert zusätzlich zum Herstellersupport vom lokalen Kundenservice. Bei Ersatzteilen wie FEP-Folie, LCD-Display oder Lüfter hält Elegoo bei Amazon bessere Lagerbestände vor, während bei Anycubic mitunter Lieferungen aus China abgewartet werden müssen.
Ein klarer Vorteil von Elegoo ist das automatische Kalibrierungssystem, das laut Experten Haftungsprobleme durch unzureichendes Leveling beseitigt. Weniger Anwenderfehler bedeuten weniger Reklamationen und weniger Ärger. Die M5s verfügt ebenfalls über automatisches Leveling mit ähnlichem Versprechen – ohne echtes Nutzerfeedback lässt sich die Wirksamkeit jedoch kaum vergleichen.
Für den deutschen Markt sollten Sie außerdem beachten:
- Elegoo bietet regelmäßig Aktionen zum Black Friday und Prime Day an
- Ersatzteile für die Mars-Reihe sind generationsübergreifend kompatibel (FEP-Folien, einige LCDs)
- Anycubic hat ein Händlernetz, ist aber in lokalen Marketplaces weniger präsent
- Beide bieten 1 Jahr EU-Standardgarantie
Wann sollten Sie die Mars 5 Ultra NICHT kaufen?
Vermeiden Sie die Mars 5 Ultra, wenn Sie bereits einen optimierten Workflow mit Anycubic-Harzen haben, das maximale Bauvolumen pro investiertem Euro benötigen oder Ihre absolute Priorität eine 12K+-Auflösung für spezifische professionelle Anwendungen ist.
Die Mars 5 Ultra ist nichts für Sie, wenn Sie ein großzügiges Bauvolumen suchen. Mit 153,36 x 77,76 x 165 mm liegt sie im Durchschnitt der Consumer-Resin-Drucker – wer aber komplette Helme oder große Teile in einem Durchgang drucken möchte, sollte sich die Saturn-Reihe ansehen.
Ebenfalls wenig sinnvoll ist der Kauf, wenn Ihr gesamter Harz-Katalog bereits auf Anycubic optimiert ist. Auch wenn die Harze technisch kompatibel sind, variieren die optimalen Belichtungszeiten je nach Marke – Sie müssten Ihren gesamten Bestand neu kalibrieren.
Weitere Situationen, in denen sich der Kauf nicht lohnt:
- Wenn Sie bereits eine Mars 4 oder Mars 4 Ultra im Einsatz haben – der Unterschied ist nur inkrementell
- Wenn Sie Pro-Funktionen wie doppelte Z-Führung oder Harz-Sensor benötigen
- Wenn Ihr Betrieb auf maximale Druckgeschwindigkeit angewiesen ist – dann sind Industriedrucker die bessere Wahl
- Wenn Luftfilterung unverzichtbar ist – Sie benötigen den Mars MATE als Zusatz (95 % TVOC-Reduktion)
Wann sollten Sie die Photon Mono M5s NICHT kaufen?
Die Photon M5s verliert an Überzeugungskraft, wenn Sie das Support-Ökosystem über reine Specs stellen, als Einsteiger in den Resin-Druck umfangreiche Dokumentation bevorzugen oder die 18-Mikron-Pixel der Konkurrenz Ihren Detailbedarf bereits abdecken.
Das größte Problem der M5s ist das fehlende echte Nutzerfeedback. Während die Mars 5 Ultra bereits ausführliche Reviews und eine aktive Community mit geteilten Einstellungen hat, ist die M5s eher ein Versprechen auf dem Papier. Wer als Maker bewährte Wege gegenüber Early-Adopter-Risiken bevorzugt, sollte noch einige Monate warten.
Die M5s lohnt sich außerdem kaum, wenn Sie hauptsächlich Miniaturen im 28–32-mm-Maßstab drucken – dort ist der Unterschied zwischen 9K und 12K rein theoretisch. Sie würden für Auflösung bezahlen, die Sie nicht ausnutzen, mit schwereren Dateien arbeiten und längere Slicing-Zeiten in Kauf nehmen, ohne sichtbaren Mehrwert.
Situationen, in denen die M5s keine gute Wahl ist:
- Knappes Budget – sie kostet meist mehr als vergleichbare 9K-Drucker
- Älterer PC – 12K-Dateien erfordern ausreichend RAM und eine leistungsfähige GPU für flüssiges Slicing
- Sie drucken hauptsächlich funktionale Teile, bei denen 4K bereits ausreicht
- Sie legen Wert auf die bei Konkurrenzgeräten enthaltene ChituBox-Pro-Lizenz
Vollständige Vergleichstabelle und abschließendes Urteil
Die Mars 5 Ultra bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis: kleinere Pixel, ein bewährtes Ökosystem und ein wettbewerbsfähiger Preis. Die M5s setzt alles auf das „12K"-Marketing, ohne im realen Einsatz für den durchschnittlichen Maker klare Vorteile zu bieten.
| Aspekt | Gewinner | Warum |
|---|---|---|
| Tatsächliche Auflösung | Mars 5 Ultra | 18μm vs ~19-24μm – kleinere Pixel |
| Praktische Druckgeschwindigkeit | Unentschieden | Beide durch die Physik der Fotopolymerisation begrenzt |
| Ökosystem | Mars 5 Ultra | Aktive Community + ChituBox Pro inklusive |
| Preis | Mars 5 Ultra | 279€ bei Mr Resin vs. unbestätigter Preis der M5s |
| Support Deutschland/DACH | Mars 5 Ultra | Bessere Ersatzteil- und Händlerverfügbarkeit |
| Marketing | Photon M5s | „12K" klingt hochwertiger, auch wenn es das nicht ist |
Mein Fazit nach der Analyse beider Ankündigungen: Die Mars 5 Ultra hat das Zeug zum Resin-Drucker des Jahres 2024 für den durchschnittlichen Maker. Die echten 18 Mikrometer sind wichtiger als die Anzahl der Ks im Marketing, die automatische Kalibrierung verspricht, das größte Problem für Einsteiger zu lösen – und der Preis von 279€ trifft genau den Sweetspot des Marktes.
Die Photon M5s setzt alles auf eine einzige Zahl (12K), die beeindruckend klingt, in der Praxis aber für 90% der Nutzer keine spürbaren Vorteile bietet. Sollte Anycubic sie zum gleichen Preis wie die Mars 5 Ultra positionieren, wird ein Kauf kaum zu rechtfertigen sein – es sei denn, man will schlicht die größeren Zahlen haben.
Profis, die wirklich jedes einzelne Mikron brauchen (Schmuck, Dental), sollten echte Reviews mit Messungen abwarten, bevor sie eine Entscheidung treffen. Für alle anderen scheint die Mars 5 Ultra die sicherere Wahl im Consumer-Segment für ultrahohe Auflösung zu sein.
Häufige Fragen zur Mars 5 Ultra vs. Photon M5s
Kann ich Anycubic-Resins im Mars 5 Ultra verwenden?
Ja, alle UV-Harze mit 405nm Wellenlänge sind markenübergreifend kompatibel. Allerdings müssen die Belichtungszeiten angepasst werden, da jeder Drucker auf seine eigenen Harze optimiert ist. Als Ausgangspunkt empfehlen sich 2–2,5 Sekunden für normale Schichten mit Anycubic-Resins im Mars 5.
Muss ich meinen PC aufrüsten, um 9K- oder 12K-Dateien zu verarbeiten?
Für 9K (Mars 5 Ultra) reichen 8 GB RAM und eine einfache dedizierte Grafikkarte problemlos aus. Für echtes 12K werden mindestens 16 GB RAM und eine leistungsfähige GPU benötigt – sonst wird das Slicing zur Geduldsprobe. 12K-Dateien können leicht über 1 GB groß werden.
Welcher Drucker ist für Einsteiger einfacher zu nivellieren?
Beide versprechen automatische Nivelliersysteme, jedoch ist die automatische Kalibrierung von Elegoo bereits länger auf dem Markt und hat durchweg positives Feedback erhalten. Die M5s verfügt zwar ebenfalls über ein automatisches Nivelliersystem, ohne echte Reviews lässt sich dessen Zuverlässigkeit jedoch noch nicht abschließend beurteilen.
Lohnt es sich, auf den Black Friday zu warten?
Elegoo bietet beim Black Friday üblicherweise Rabatte von 20–30%. Wer nicht dringend drucken muss und etwas Geduld hat, ist im November gut beraten. Die M5s dürfte als neueres Modell voraussichtlich geringere Rabatte erhalten.
Welches Zubehör ist für den Einstieg unverzichtbar?
Für beide Drucker gilt: Nitrilhandschuhe, UV-Schutzbrille, 99% IPA zur Reinigung, fusselfreies Küchenpapier sowie ein Luftreiniger bei der Verwendung in Innenräumen. Der Mars MATE von Elegoo ist optional, aber empfehlenswert zur Geruchsreduzierung.
Bis zum nächsten Artikel 😎
ELEGOO Mars 5 Ultra
Nach diesem Vergleich ist klar: Wer einen Resin-Drucker sucht, der ultraschnelle Druckgeschwindigkeit mit außergewöhnlicher Präzision verbindet, ist mit dem ELEGOO Mars 5 Ultra bestens beraten. Die einfache Bedienung ermöglicht es Ihnen, sich voll auf Ihre kreativen Projekte zu konzentrieren – ganz ohne technische Komplikationen.