ABS-Like-Harz ist ein 3D-Druckmaterial, das die Eigenschaften von ABS-Kunststoff nachahmt und im Vergleich zu Standardharzen eine überlegene Schlagfestigkeit, Langlebigkeit und leichte Flexibilität bietet. Nach meiner Erfahrung ist es der perfekte Verbündete für Teile, die wirklich etwas aushalten müssen, ohne beim ersten Aufprall zu brechen.
In diesem Leitfaden teile ich alles, was ich über dieses Material gelernt habe: was es genau ist, wofür ich es verwende, wie man es von anderen Harzen unterscheidet und – am wichtigsten – wie man es optimal konfiguriert. Los geht's!
Was ist ABS-Like-Harz und warum brauchen Sie es?
ABS-Like-Harz ist ein Fotopolymer, das die Zähigkeit von Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) nachahmt und eine Balance zwischen Härte und Flexibilität bietet. Im Gegensatz zu Standardharzen, die spröde sind, kann ABS-Like-Harz Stöße absorbieren und sich leicht verformen, bevor es bricht – was es ideal für funktionale Teile macht.

Stellen Sie sich vor: Standardharz verhält sich wie Glas – sehr hart, aber spröde. Ein kräftiger Aufprall und es zersplittert. ABS-Like-Harz hingegen verhält sich wie technischer Kunststoff: Es biegt sich ein wenig, bevor es bricht. Fällt ein Teil aus Standardharz herunter, müssen Sie es wahrscheinlich neu drucken – fällt eines aus unserer ABS-Like-Harz-Kollektion herunter, stehen die Chancen gut, dass es unbeschadet überlebt. 😉
Diese Eigenschaft, bekannt als Zähigkeit, macht es zur ersten Wahl für den funktionalen Prototypenbau. Was bedeutet das konkret? Sie können Teile drucken, die nicht nur gut aussehen, sondern tatsächlich funktionieren und dem Einsatz standhalten, für den sie entwickelt wurden.
Denken Sie an Projekte wie:
- Einrastende Verbindungen: Halterungen, Verschlüsse oder Gehäuse, die Sie mehrmals zusammen- und auseinanderbauen müssen, ohne dass die Clips brechen.
- Mechanische Bauteile: Kleine Zahnräder, Riemenscheiben oder Scharniere für Elektronik- oder Robotikprojekte, die einer gewissen Spannung und Bewegung standhalten müssen.
- Robuste Figuren und Modelle: Modelle, die angefasst, transportiert oder einfach vor einem unbeabsichtigten Sturz vom Regal bewahrt werden sollen.
Ich spreche aus Erfahrung: Der Einsatz eines Harzes wie Anycubic ABS-Like 3.0 ist ein echter Wendepunkt. Es ist der Unterschied zwischen Angst, Ihre Kreationen anzufassen, und dem Verwenden mit vollem Vertrauen.
Welche Unterschiede gibt es zwischen ABS-Like-Harz und anderen Harzen?
Der Hauptunterschied liegt in der Balance zwischen Härte und Schlagfestigkeit. Während Standardharz sehr hart, aber spröde ist, ist ABS-Like-Harz etwas weniger hart, aber deutlich zäher und absorbiert Stöße besser. Auf der anderen Seite übertreffen Tough- oder Flexible-Harze das ABS-Like-Harz jeweils in puncto Festigkeit oder Elastizität.

Sicher kennen Sie die Situation: Im Regal stehen mehrere Harzflaschen, und Sie fragen sich, wann der richtige Moment ist, das ABS-Like-Harz einzusetzen. Das ist eine der häufigsten Fragen – und zu wissen, wo jedes Material seinen Platz hat, macht den entscheidenden Unterschied. Ich erkläre es Ihnen ohne Umschweife.
Standardharz vs. ABS-Like-Harz
Stellen Sie sich Standardharz wie Glas vor. Es ist sehr hart und steif, mit einer Shore-D-Härte von etwa 80–90D, was eine außergewöhnliche Detailwiedergabe ermöglicht. Ideal für Ausstellungsfiguren, die kaum angefasst werden. Das Problem? Diese Härte macht es spröde. Ein kleiner Stoß – und knack!
Genau hier glänzt das ABS-Like-Harz. Es gibt einen Teil dieser extremen Härte auf (in der Regel 75–86D), gewinnt dafür aber eine beeindruckende Zähigkeit. Es kann sich leicht biegen, bevor es bricht, und absorbiert so die Aufprallenergie. Denken Sie an einen robusten Kunststoff – perfekt für funktionale Bauteile.
Tough-Harz vs. ABS-Like-Harz
Jetzt wird es ernst. Tough-Harze oder Hochleistungsharze sind die nächste Stufe. Es handelt sich um echte Ingenieurswerkstoffe, die auf Schlag- und Zugfestigkeit ausgelegt sind und ABS-Like-Harze dabei klar übertreffen.
In meiner Erfahrung setze ich ABS-Like-Harz für Gehäuse oder Halterungen ein, die einiges aushalten müssen. Wenn ich jedoch ein Bauteil drucke, das dauerhaftem mechanischen Stress ausgesetzt ist – etwa ein funktionales Scharnier oder eine Drohnenkomponente – greife ich ohne Zögern zu einem Harz wie dem Anycubic Tough Ultra. Hier ist Zuverlässigkeit keine Option, sondern Pflicht.
Damit Sie alles auf einen Blick sehen, habe ich eine Vergleichstabelle zusammengestellt.
| Harztyp | Härte (Shore D) | Schlagfestigkeit | Flexibilität | Idealer Anwendungsfall |
|---|---|---|---|---|
| Standardharz | 80–90D (Sehr hoch) | Gering | Sehr gering (Spröde) | Dekorationsfiguren, Ausstellungsmodelle. |
| ABS-Like-Harz | 75–86D (Hoch) | Mittel–Hoch | Gering–Mittel (Zäh) | Funktionsprototypen, Gehäuse, Zahnräder. |
| Tough-Harz | 75–85D (Hoch) | Sehr hoch | Mittel | Ingenieurteile, Werkzeuge, belastete Bauteile. |
| Flexibles Harz | ~75–90A (Niedrig) | Extrem hoch | Sehr hoch (Elastisch) | Dichtungen, Dämpfer, Reifen, flexible Objekte. |
Wie Sie sehen, geht es nicht darum, das „beste" Harz zu finden, sondern das jeweils passende für den jeweiligen Anwendungsfall. Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, empfehle ich Ihnen einen Blick in meinen ausführlichen Ratgeber zu den verschiedenen Harztypen für Resin-Drucker.
Wofür wird ABS-Like-Harz genau verwendet?
ABS-Like-Harz eignet sich zum Drucken von Teilen, die Langlebigkeit und Belastbarkeit erfordern – etwa Funktionsprototypen, mechanische Bauteile (Zahnräder, Scharniere), Einrastverbindungen (Gehäuse, Clips) sowie Figuren, die Handhabung oder Stürze überstehen müssen. Dank seiner Zähigkeit ist es ideal für Anwendungen, die über reine Ausstellungsstücke hinausgehen.

Ich war selbst schon in dieser Situation – und ich kann Ihnen versichern: Bei bestimmten Projekten ist ABS-Like-Harz schlicht die beste Wahl. Im Folgenden zeige ich Ihnen, wo Sie das volle Potenzial dieses Materials ausschöpfen können.
1. Funktionsprototypen und Bauteile
Dies ist zweifellos das bevorzugte Einsatzgebiet von ABS-Like-Harz. Wer ein Gehäuse für einen Raspberry Pi oder eine Elektronik-Box entwirft, kennt das Problem: Rastnasen und Clips sind die größte Schwachstelle. Mit Standardharz brechen sie – mit ABS-Like-Harz nicht.
Die leichte Flexibilität ist entscheidend. Die Bauteile geben beim Zusammenbau minimal nach, ohne zu brechen, und halten mehrfaches Öffnen und Schließen problemlos stand.
Aus eigener Erfahrung: Wenn ich Prototypen entwickle, die durch viele Hände gehen oder mehrfach angepasst werden müssen, greife ich ohne Zögern zu ABS-Like-Harz. So spare ich mir die Frustration, wenn ein Verschluss beim dritten Einrasten bricht.
2. Mechanische Bauteile und belastete Komponenten
Zahnräder für kleine Roboter, Motorhalterungen oder Scharniere für Abdeckungen – all diese Komponenten sind mechanischem Stress und Abrieb ausgesetzt. Standardharz ist durch seine Sprödigkeit hier schnell am Ende.
ABS-Like-Harz verträgt Reibung und moderate Belastungen deutlich besser. Es ist kein Metallersatz, aber für Anwendungen mit geringer bis mittlerer Belastung in der Robotik oder Hausautomatisierung eine hervorragende Wahl. Weitere Ideen finden Sie in unserem Beitrag über Möglichkeiten mit einem Resin-3D-Drucker.
3. Actionfiguren und robuste Modelle
Wer Miniaturen für Tabletop-Wargames oder Sammlerfiguren druckt, weiß: Ein Sturz vom Tisch kann verheerend sein. Schwerter, Lanzen und andere filigrane Details aus Standardharz haben eine kurze Lebensdauer.
Mit einem Harz wie der Elegoo ABS-Like 3.0 absorbieren empfindliche Teile Stöße deutlich besser. Das Ergebnis sind wesentlich robustere und „spieltauglichere" Figuren.
4. Bauteile mit mechanischer Nachbearbeitung
Hier zeigt sich ein weiterer großer Vorteil: Wer nach dem Druck bohren oder intensiv schleifen muss, wird feststellen, dass sich ABS-Like-Harz sehr ähnlich wie Spritzgusskunststoff verhält. Das Risiko, dass das Material unter dem Druck eines Bohrers splittert oder reißt, ist deutlich geringer.
Druckereinstellungen für ABS-Like-Harz
Beim Drucken mit ABS-Like-Harz sollten die Belichtungszeiten pro Schicht leicht erhöht werden – in der Regel um 15 % bis 25 % gegenüber Standardharz. Ein guter Ausgangswert für einen Mono-LCD-Drucker liegt bei 2,5 bis 4,0 Sekunden pro Schicht, feinabgestimmt mit einem Kalibrierungstest.

Ein paar Minuten Kalibrierung machen den Unterschied zwischen einem funktionalen Bauteil und einem verzogenen. ABS-Like-Harz ist etwas dichter als Standardharz und benötigt daher etwas mehr UV-Licht. Als Faustregel gilt: Wer mit Standardharz 2 Sekunden pro Schicht arbeitet, startet mit ABS-Like-Harz am besten bei 2,3 oder 2,5 Sekunden.
Profi-Tipp: Die Raumtemperatur ist Ihr wichtigster Verbündeter. Sorgen Sie für stabile Bedingungen – idealerweise über 20–25 °C. Wärme macht das Harz etwas dünnflüssiger, verbessert den Fluss und sorgt für optimale Haftung.
Um Ihnen die Sache zu erleichtern, habe ich eine Tabelle mit Parametern zusammengestellt, die als Orientierungshilfe dienen. Beachten Sie, dass modernere Harze wie das ABS-Like 3.0 HD möglicherweise feinere Anpassungen erfordern.
Empfohlene Druckparameter für ABS-Like-Harz
Hier finden Sie einen Leitfaden mit Grundeinstellungen. Denken Sie daran: Das ist nur ein Ausgangspunkt – führen Sie immer Ihren eigenen Kalibrierungstest durch!
- Schichthöhe: 0,05 mm (Standard), 0,03 mm (hohe Detailgenauigkeit).
- Anzahl der Bodenschichten: 4 – 6 Schichten.
- Belichtungszeit Bodenschichten: 25 – 35 Sekunden.
- Normale Belichtungszeit: 2,5 – 4,0 Sekunden (für Mono-LCD-Drucker).
- Hubgeschwindigkeit: 60 – 180 mm/min.
- Hubhöhe: 7 – 10 mm.
Mit Harzen wie dem Anycubic ABS-Like 3.0 oder dem Elegoo ABS-Like 3.0 funktionieren diese Werte in der Regel hervorragend. Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen möchten, empfehlen wir einen Blick in unseren Leitfaden zu Druckparametern für Anycubic-Harze und Anycubic-Drucker.
Wie wird ABS-Like-Harz nachbearbeitet?
Eine korrekte Nachbearbeitung ist entscheidend für die Festigkeit des Drucks. Waschen Sie das Bauteil zunächst 3–5 Minuten lang in 99%igem Isopropylalkohol (IPA). Trocknen Sie es anschließend vollständig und härten Sie es dann 2–5 Minuten unter UV-Licht aus – drehen Sie das Teil dabei, um eine gleichmäßige Belichtung zu gewährleisten. Übermäßiges Aushärten macht das Material spröde.
Das Entnehmen des Teils aus dem Drucker ist erst der Anfang. Wer diesen Schritt überspringt oder übereilt, verschenkt das volle Potenzial des Drucks.
1. Das Waschen: Ihr erster Schritt gegen klebrige Harzreste
Meine Geheimwaffe ist hochreiner Isopropylalkohol (IPA), am besten mit 99% Reinheitsgrad. In unserer Kategorie Alkohol & Nachbearbeitung finden Sie genau das Richtige. Legen Sie das Bauteil für 3–5 Minuten in IPA ein – aber übertreiben Sie es nicht! Zu langes Einweichen kann das Teil anweichen.
2. UV-Aushärtung: die Kunst des richtigen Maßes
Ist das Bauteil sauber und vollständig getrocknet, folgt die UV-Aushärtung (Härtung durch ultraviolettes Licht). Hier geschieht die eigentliche Magie – aber Vorsicht: Zu lange UV-Bestrahlung macht das Teil zwar extrem steif, aber auch spröde.
- Kleine oder filigrane Teile: In der Regel reichen 2 bis 4 Minuten Aushärtezeit.
- Größere oder massivere Teile: Diese benötigen oft 5 bis 8 Minuten.
3. Professionelle Oberflächenbearbeitung: der letzte Schliff
Nach dem Aushärten können Sie das Bauteil schleifen, um Stützstruktur-Spuren zu glätten. Möchten Sie es anschließend bemalen, tragen Sie zunächst eine Schicht Grundierung auf. So wird die Oberfläche optimal vorbereitet, und Acrylfarben haften perfekt.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu ABS-Like-Harz
Damit Sie ohne Bedenken mit diesem Harz arbeiten können, habe ich die Fragen zusammengestellt, die mir am häufigsten gestellt werden – mit klaren, direkten Antworten.
Welche Temperatur verträgt ein ABS-Like-Resin-Druckteil?
Nach dem Aushärten hält ein ABS-Like-Druckteil Temperaturen von bis zu 60–70 °C stand, bevor es sich zu verformen beginnt. Für dauerhaft hohe Temperaturen – etwa im Fahrzeuginnenraum bei direkter Sonneneinstrahlung – ist es nicht geeignet.
Kann ich ABS-Like-Resin mit anderen Harzen mischen?
Ja, und das ist ein ausgezeichneter Trick! Eine Beimischung von 20–30 % ABS-Like-Resin zu einem Standardharz steigert die Bruchfestigkeit Ihrer Druckteile erheblich, ohne dabei nennenswert an Detailgenauigkeit einzubüßen. Es lohnt sich, das auszuprobieren!
Eignet sich ABS-Like-Resin für den Druck von Miniaturen?
Absolut – es gehört zu den besten Harzen für Wargame-Figuren und alle Miniaturen, die häufig angefasst werden. Die hohe Zähigkeit schützt filigrane Details wie Schwerter oder Antennen vor Brüchen durch Stürze oder Stöße.
Ist ABS-Like-Resin giftiger als Standardharz?
Nein, ABS-Like-Resin ist nicht grundsätzlich toxischer als andere Harze. Es gelten jedoch dieselben Sicherheitsvorkehrungen wie bei jedem UV-Harz: immer Nitrilhandschuhe und Schutzbrille tragen und ausschließlich in gut belüfteten Bereichen arbeiten.
Wie lange dauert das Aushärten von ABS-Like-Resin?
Die erforderlichen Belichtungszeiten pro Schicht sind etwas länger als bei Standardharz – in der Regel 2,5 bis 4,0 Sekunden bei Mono-LCD-Druckern. Für die abschließende UV-Nachbelichtung sind meist 2 bis 5 Minuten ausreichend.
Fazit: Wann sollten Sie ABS-Like-Resin verwenden?
Zusammenfassend lässt sich sagen: ABS-Like-Resin ist die erste Wahl, wenn Haltbarkeit wichtiger ist als maximale Steifigkeit. Es ist das ideale Material für Funktionsprototypen, mechanische Bauteile mit geringer Belastung und Figuren, die den Alltagsbeanspruchungen standhalten müssen.
Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ein ABS-Like-Druckteil mich davor bewahrt hat, einen Prototypen wegen eines abgebrochenen Clips neu drucken zu müssen. Es ist nicht das „beste" Harz für jeden Anwendungsfall – aber wer seine Stärken kennt, erschließt sich eine völlig neue Welt langlebiger, funktionaler Projekte. Probieren Sie es aus, Sie werden es nicht bereuen!
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